Liebe Mitgliedschaft des 1. FC Saarbrücken e.V.,
wie in den vergangenen Wochen und Monaten angekündigt, veröffentlichen wir als „Zukunft Blau-Schwarz“ heute eine Empfehlungsliste für die Wahl des Aufsichtsrats am 08.01.2026. Mit dieser Stellungnahme möchten wir transparent darlegen, aus welchen Gründen wir eine Empfehlung aussprechen, nach welchen Kriterien diese zustande gekommen ist und warum wir uns auf diese sieben Personen festgelegt haben.
Vorab: Wir haben von Beginn an betont, dass solch eine Empfehlung in keiner Weise den demokratischen Entscheidungsprozess der Mitgliedschaft einschränken soll. Wir rufen weiterhin unabhängig unserer oder anderer Empfehlungslisten jedes Mitglied unseres Vereins dazu auf, sich bis zur Mitgliederversammlung auch ein eigenes Bild von den zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten zu machen. In diesem Sinne begrüßen wir ausdrücklich, dass in diesem Jahr mehrere Formate zur Verfügung stehen, in denen die zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten vorgestellt werden. Am 08.01. liegt die Wahlentscheidung allein in den Händen der Mitgliederversammlung, dem wichtigsten Gremium unseres 1. FC Saarbrücken e.V.
Warum veröffentlichen wir eine Empfehlungsliste?
Nach dem klaren Mitgliedervotum vom 11.10.2025, durch das die von „Zukunft Blau-Schwarz“ eingebrachte Neustrukturierung nun Realität wird, kommt der Kampagne in unseren Augen die Verantwortung zu, diesen Prozess weiter zu begleiten und mit unseren Möglichkeiten dazu beizutragen, das Potenzial des Vereins in seiner neuen Struktur vollumfänglich zu entfachen. Dieser Verantwortung waren wir uns im Vorfeld bewusst und möchten wir gerade jetzt in der Übergangsphase gerecht werden. Darüber hinaus sind wir seit der außerordentlichen Mitgliederversammlung wiederholt aus der Mitgliedschaft heraus angesprochen worden, wie unsere Empfehlung aussehen würde und welchen Personen wir die zukünftige Entwicklung des Vereins anvertrauen möchten. Diesem Informationsinteresse kommen wir mit dieser Stellungnahme nach.
Unser Ziel ist es, diejenigen Personen als Empfehlung zu benennen, die unsere Vision und die gemeinsam formulierten Ziele am überzeugendsten umsetzen können. Der Auswahlprozess war anspruchsvoll und zeitintensiv. Wir haben uns bemüht, alle Kandidatinnen und Kandidaten in persönlichen Gesprächen kennenzulernen. Uns ist bewusst, dass Personalentscheidungen immer unterschiedliche Meinungen hervorrufen. Auch wir als Gruppe haben in der Sache kontrovers diskutiert, kamen aber am Ende zu einem konstruktiven Ergebnis und einer Wahlempfehlung für sieben Personen. Diese Wahlempfehlung wurde nicht aus Kurvensichtweise getroffen, sondern unter der Maßgabe, möglichst viele Perspektiven aus der Breite der Mitgliedschaft in die Personenauswahl mit einfließen zu lassen.
Zu den geführten Gesprächen
Das unmissverständliche Mitgliedervotum am 11.10.2025 hat uns in die Lage versetzt, dass unsere Gruppe als Gesprächspartner für amtierende Funktionsträger wie auch für potenzielle Kandidaten und Kandidatinnen wahrgenommen wurde. Wir werten dies als deutlichen Vertrauensbeweis. So kamen verschiedene Kandidierende von sich auf uns zu, andersherum haben auch wir als Kampagne in den Tagen nach der Mitgliederversammlung begonnen auf Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen zuzugehen – auch und insbesondere auf solche, deren Engagement sich viele Mitglieder seit Jahren wünschen. Durch die zahlreichen Gespräche seit Mitte Oktober hatten wir das Privileg, uns ein umfassendes Bild von den Kandidierenden machen und darauf unsere Wahlempfehlung stützen zu können.
Unsere Empfehlung
Basierend auf der vom Verein veröffentlichten Liste zugelassener Bewerberinnen und Bewerber für den Aufsichtsrat sprechen wir für die folgende Konstellation eine Wahlempfehlung aus (Personen in alphabetischer Reihenfolge, ohne Wertung):
- Bruch, Matthias
- Gross, Philipp
- Hager, Daniel
- Kinn, Stefan
- Ostermann, Hartmut
- Quint, Niklas
- Strauch, Oliver
Gründe für unsere Empfehlung
Bei der Entscheidung für unsere Empfehlung stand für uns ausschließlich die Frage im Mittelpunkt, welche Personen die mit „Zukunft Blau-Schwarz“ eingeschlagene Richtung am besten mit Leben und Expertise füllen können und wie gleichzeitig die anstehende Übergangsphase für den Verein möglichst sinnvoll und stabil gestaltet werden kann. Wir haben in den vergangenen Monaten deutlich gespürt, welche Kräfte aus den unterschiedlichsten Richtungen an unserem Verein zerren. Neben der auch von uns oft beschworenen Professionalisierung ist für uns daher neben der aktuell zu gewährleistenden Stabilisierung im Wesentlichen auch die dauerhafte Stabilität des Gesamtvereins in den Fokus gerückt.
„Zukunft Blau- Schwarz“ ist es gelungen, die Dynamik auszulösen, von der in Saarbrücken seit über zwei Jahrzehnten gesprochen wird. Die größten saarländischen Unternehmer haben sich an einem Tisch versammelt und sind bereit ihre Expertise beim FCS einzubringen. Wir sind davon überzeugt, dass damit zwar nur ein erster, aber dennoch ein gewaltiger Schritt geschaffen wurde, um sich mit Hilfe des Netzwerks und der Kompetenz o.g. Personen mittel- und langfristig unabhängig vom langjährigen Hauptsponsor machen zu können. Die gesamte Mitgliedschaft hat durch ihr mutiges Votum vom 11.10 erheblichen Anteil daran, dass dieser Prozess endlich angestoßen wurde.
Für eine ruhige und strukturierte Übergangszeit erachten wir die weitere Einbindung von Hartmut Ostermann als Vertreter des derzeitigen Hauptsponsors im AR für die nächsten drei Jahre in jedem Fall als sinnvoll und zuträglich. Bereits vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung haben wir betont, diesem Weg offen gegenüberzustehen. Diese Möglichkeit hat sich konkretisiert und wurde letztlich seitens Hartmut Ostermann ergriffen – ohne dies an Bedingungen oder Forderungen zu knüpfen. Aus unserer Sicht schafft diese Konstellation Stabilität und ermöglicht es zugleich, die angestrebte Professionalisierung konsequent umzusetzen. Und weil uns in diesem Kontext häufig die Frage gestellt wurde, ob mit Hartmut Ostermann im AR nicht doch alles beim Alten bleibt: Wir sehen bei o.g. Konstellation genau diese Gefahr nicht. Ein starkes Gremium mit unabhängigen Personen wird die Wege einschlagen, die einzig und alleine am besten für unseren Verein sind.
Mit Matthias Bruch, Philipp Gross, Daniel Hager und Stefan Kinn empfehlen wir Persönlichkeiten, die als Unternehmer und aktuelle Sponsoren des FCS über fundierte Einblicke in bestehende Strukturen verfügen. Des Weiteren wissen sie, an welchen Stellschrauben beim FCS gedreht werden muss. Sie bringen unterschiedliche fachliche Expertisen, unternehmerische Erfahrung sowie wertvolle Netzwerke mit. Zugleich handelt es sich um eigenständige Charaktere mit unterschiedlichen Perspektiven – in unseren Augen wichtige Voraussetzungen für ein funktionierendes und kritisches Aufsichtsgremium. Die Gespräche, die wir mit diesen Unternehmerpersönlichkeiten geführt haben, haben uns davon überzeugt, dass künftige Entscheidungen von diesen im Sinne einer professionellen und transparenten Vereinsentwicklung getroffen werden und damit insbesondere unabhängig bestehender Lager oder persönlicher Verflechtungen.
Prof. Oliver Strauch steht unter anderem für einen Wissenstransfer aus dem bisherigen Gremium, was in der anstehenden Übergangsphase ebenfalls von gewichtiger Bedeutung ist. Darüber hinaus verfügt er über ein exzellentes Netzwerk in der regionalen Kultur-, Kunst- und Stadtszene. Oliver Strauch bringt den oft zitierten „Blick über den Tellerrand“ mit. Es ist essenziell, dass sich der 1. FCS als mitgliederstärkster Verein des Saarlandes gesellschaftspolitisch so positioniert wie es Satzung und Leitbild vorgeben. Oliver Strauchs bisheriges Engagement in Arbeitskreisen und seine Arbeit zur öffentlichen Wahrnehmung des Vereins haben aus unserer Sicht deutlich unterstrichen, dass seine Expertise und ebenso seine persönliche Integrität in Gremienfunktion weiter erhalten bleiben sollten.
Letztlich halten wir es für sinnvoll und geboten mit Niklas Quint einen Vertreter aus der Fanszene und Mitwirkenden an „Zukunft Blau-Schwarz“ für den neuen Aufsichtsrat zu empfehlen. Niklas war nicht nur Ideengeber und Mitautor der Satzungsänderung; er hat am gesamten Prozess mitgewirkt, dabei eine Expertise in vereinsrechtlichen Fragen aufgebaut und in diesem zu jedem Zeitpunkt detailliert und faktisch untermauert die Intention und Beweggründe hinter den Änderungen einfließen lassen. Durch seine Tätigkeit als Vorsitzender des Förderkreis Virage Est e.V. kennt er die Themen, Interessen und Anliegen der blau-schwarzen Fangemeinde auch über die aktive Fanszene hinaus und wird diese im Gremium behaupten. Zudem ist er beruflich im Personalmanagement tätig, seine Expertise rund um Ausschreibungen, Personalauswahl und -führung oder auch Zielvereinbarungen werden in den anstehenden Bewerbungsprozessen einen klaren Mehrwert für den Aufsichtsrat und damit unseren Verein bedeuten.
Zusammenspiel und gemeinsame Ausrichtung – was macht dieses Gespann als potenziellen neuen Aufsichtsrat aus?
„Initiiert durch die Virage Est Saarbrücken rufen wir die Kampagne „Zukunft Blau-Schwarz“ zur strukturellen Weiterentwicklung des
1. FC Saarbrücken e.V. ins Leben.
Mit dieser wenden wir uns an die Mitgliedschaft des 1. FCS
und unterbreiten eine Reihe an Vorschlägen zur
nachhaltigen Professionalisierung und Zukunftssicherung unseres Vereins – weiterhin und für uns unverhandelbar als
eingetragener Verein.“
Mit diesen Worten haben wir am 20. August dieses Jahres unsere Kampagne der Öffentlichkeit vorgestellt – und verfolgen mit unserem Handeln auch heute noch und somit ganz ausdrücklich auch mit unserer Empfehlungsliste eben diese Ziele. Die geführten Gespräche haben uns davon überzeugt, dass innerhalb dieser sieben Personen eine gemeinsame Grundausrichtung besteht, die mit den Grundsätzen von „Zukunft Blau-Schwarz“ vereinbar ist. Unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen sind vorhanden und ausdrücklich erwünscht, dennoch gibt es unter den Genannten das gemeinsame Bestreben, den Verein in dieser Phase des Umbruchs strukturell zu festigen, zu professionalisieren und dabei gleichzeitig die Interessen der Mitglieder – nicht zuletzt auch im neuen Leitbild des Vereins verankert – zu fokussieren.
Das heißt für uns konkret und mit den empfohlenen Personen klar vereinbart, dass Lagerbildung und Entscheidungen aufgrund persönlicher Beziehungen der Vergangenheit angehören müssen. Als Kampagne haben wir uns außerdem für einen weitgehenden personellen Neuanfang, insbesondere auf den Vorstandspositionen, ausgesprochen – ein Wunsch, den annähernd die gesamte Mitgliedschaft teilt. Bei aller Notwendigkeit den Verein in Sachen Vermarktung auf breitere Beine zu stellen, gehört diese stets gegen die Grundwerte und Traditionen des Vereins abgewogen. Andere eingetragene Vereine machen erfolgreich vor, wie es gelingen kann einen mitgliedergeführten Verein zukunftssicher aufzustellen. Unsere wertvolle Vereinsidentität, das Vereinsleben und seine Kultur gilt es von allen Gremien proaktiv weiter zu fördern.
Alle genannten Personen bekennen sich zu diesen Grundsätzen genauso wie zum frisch verabschiedeten Leitbild des FCS. Dem gemeinsamen Ziel, die Visionen von „Zukunft Blau- Schwarz“ gewinnbringend für den Verein mit Leben zu füllen, räumen alle empfohlenen Personen den Raum ein, den es in der Zukunft benötigt.
Wir sehen bei dieser Konstellation weiterhin den großen Vorteil, dass die genannten Personen jetzt schon in regelmäßigen Austausch stehen. Wir haben am 08.01. folglich die Chance ein echtes Team zu wählen, das sich nicht erst kennenlernen muss, sondern das direkt anfangen kann zu arbeiten.
Nach Abwägung aller zu berücksichtigenden Kriterien besteht unseres Erachtens mit o.g. Personen die bestmögliche Konstellation, den FCS nachhaltig voranzubringen.
Abweichungen von der Wunschvorstellung
Es ist offensichtlich, dass dem empfohlenen Gremium eine explizite sportfachliche Expertise fehlt. In unserer ursprünglichen Wunschvorstellung hätten wir uns Personen mit aktuellem sportlichem Netzwerk und entsprechender Erfahrung gewünscht, um die Arbeit des Vorstands Sport fundiert begleiten zu können.
Wir haben hierzu Gespräche mit mehreren geeigneten Persönlichkeiten geführt. Aus persönlichen oder zeitlichen Gründen haben diese jedoch von einer Kandidatur abgesehen. Diese Entscheidungen müssen wir respektieren.
Der genannte Personenkreis wird allerdings insbesondere auf die Expertise von Dieter Ferner zurückgreifen können, der seine Bereitschaft erklärt hat, dem Gremium in dieser Konstellation beratend zur Seite zu stehen. Wir sind überzeugt, dass so auch auf sportlicher Ebene neue Wege eingeschlagen und frische Netzwerke genutzt werden. Da die fehlende sportliche Fachkompetenz im Bewerberfeld seit Bekanntgabe der zur Wahl stehenden Personen in einigen Kommentaren moniert wurde, möchten wir an dieser Stelle nochmal unsere Sichtweise zur Rolle des Aufsichtsrats deutlich machen: Der Aufsichtsrat hat im alltäglichen Vereinsgeschäft nicht den Bereich Sport zu führen, der AR hat in erster Linie Struktur, Kontrolle sowie Einbindung externer und unabhängiger Expertise sicherzustellen. Dies ist für uns bei den empfohlenen sieben Personen gewährleistet.
Generell zeigen die zahlreichen Bewerbungen qualifizierter Menschen, dass insbesondere die künftigen Gremien überlegen müssen, wie diese Expertise gewinnbringend einbezogen werden kann. Sei es durch das Format von Beiräten, durch eine zahlenmäßige Aufstockung des Aufsichtsrats in der Zukunft oder themenspezifischen Arbeitsgruppen.
Dass in o.g. Konstellation keine Person aus der Juristik dabei ist, kann durchaus kritisch gesehen werden, in unseren Augen ist dieser Umstand aber eher zu vernachlässigen. Die potentiell aufkommenden juristischen Fragen in einem Fußballverein können vom Wirtschafts- über das Arbeits- und Vereinsrecht- bis hin zum Strafrecht reichen. Hier eine Person mit juristischem Background in allen Fachgebieten zu finden, ist fast unmöglich. Wir sind deshalb der Auffassung, dass mit dem Netzwerk o.g. Personen für alle etwaigen aufkommenden juristischen Fragestellungen zügig Antworten gefunden werden können, auch wenn kein ausgewiesener Jurist Teil des Aufsichtsrats ist.
Abschließende Einordnung
Allen Personen, die bereit sind sich ehrenamtlich für unseren Verein zu engagieren, gebührt schon jetzt Respekt und Dank. Wir wiederholen an dieser Stelle noch einmal den Wunsch und damit verbundenen Aufruf, sich in den (Personal-)Diskussionen im Vorfeld der Mitgliederversammlung auf die gemeinsam verabschiedeten Grundwerte des Miteinanders in unserem Verein zu besinnen.
Für die kommenden Jahre braucht unser Verein vor allem Vertrauen, Zusammenhalt und ein gemeinsames Handeln entlang des beschlossenen Leitbildes. Das Mitgliedervotum hat eine klare Richtung vorgegeben – nun gilt es, diese gemeinsam mit Leben zu füllen.
Blau-Schwarze Grüße
„Zukunft Blau-Schwarz“
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…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!
