Im Folgenden veröffentlichen wir die eingesendeten Antworten von Aufsichtsrats-Kandidat Niklas Quint zu dem von „Zukunft Blau-Schwarz“ veröffentlichten Fragenkatalog.
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1. Stellen Sie sich gerne einmal kurz vor: Name, Alter, Beruf und Ihr Weg zum und mit dem FCS.
Mein Name ist Niklas Quint, ich bin 31 Jahre jung und in Saarbrücken geboren und aufgewachsen.
Nach meinem Schulabschluss habe ich ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert, in dessen erstem Semester ich unter anderem das Modul Personalmanagement belegt habe. Im Anschluss an das Studium habe ich eine Weiterbildung im Bereich Personalentwicklung abgeschlossen und seither meinen beruflichen Werdegang konsequent in diesem Themenfeld verfolgt.
Meine fachlichen Schwerpunkte liegen insbesondere in den Bereichen Personalgewinnung, Arbeitgebermarketing sowie HR-Projektmanagement und so durfte ich unter anderem bei einer der „Big Four“ Gesellschaften meine Expertise ausbauen und unter Beweis stellen.
In Bezug auf den 1. FC Saarbrücken bin ich seit mittlerweile elf Jahren Teil der aktiven Fanszene und bewege mich bereits einige Jahre länger im Umfeld der Virage Est. Vor drei Jahren habe ich gemeinsam mit weiteren Personen aus der Kurve den Förderkreis Virage Est e.V. gegründet und bin dort seitdem als 1. Vorsitzender tätig.
Anfang dieses Jahres habe ich mich zusammen mit Simon und Janosch intensiv mit den strukturellen Gegebenheiten des 1. FC Saarbrücken auseinandergesetzt. Wir haben über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt festgestellt und kritisiert, dass der Verein in struktureller Hinsicht nicht ausreichend professionell aufgestellt ist und sein vorhandenes Potenzial nicht vollständig ausschöpft.
Vor diesem Hintergrund haben wir konkrete Visionen und Ziele entwickelt, die aus unserer Sicht im Verein implementiert werden müssen und diese in einer Satzung zusammengefasst, die unsere Vorstellung eines zukunftsfähigen Vereins widerspiegelt. Nach deren Fertigstellung haben wir unsere Ideen und Visionen der Kurve vorgestellt. Aus diesem Prozess heraus ist schließlich die Initiative „Zukunft Blau-Schwarz“ entstanden, die ich von Beginn an aktiv begleiten durfte.
2. Worin liegt Ihre Motivation für eine ehrenamtliche Kandidatur für den Aufsichtsrat des 1.FC Saarbrücken e.V.?
Ich möchte den Weg, den wir zu Beginn dieses Jahres eingeschlagen haben, konsequent weiterverfolgen und bin bereit, die damit verbundene Verantwortung zu übernehmen. Mein Anliegen ist es, den Verein in der Übergangsphase aktiv zu unterstützen und fortwährend zu überprüfen, ob wir uns weiterhin auf dem richtigen Kurs befinden. Jenem Kurs, den wir mit der Initiative „Zukunft Blau-Schwarz“ vorgeschlagen haben und der durch das Votum der Mitglieder am 11.10. mit überwältigenden 92% bestätigt und ausdrücklich gewünscht wurde.
Die von uns entwickelten Ideen und Visionen sind mit Sicherheit nicht aus dem Anspruch heraus entstanden, eine Position im Verein zu erlangen oder uns persönlich zu verwirklichen. Vielmehr ging und geht es mir ausschließlich um das Wohl des Vereins und darum, die bestmögliche Entwicklung für den 1. FC Saarbrücken e.V. zu ermöglichen.
3. Was qualifiziert Sie besonders für die Arbeit im Aufsichtsrat?
Berufliche Expertise und Erfahrung
Wie bereits skizziert, gehören Themen wie Stellenausschreibungen, Bewerbungsgespräche, Zielvereinbarungen, die Ausübung von Veto-Rechten sowie die Schaffung von Identifikation durch die klare Benennung und Vermittlung von Werten zu meinem beruflichen Alltag. Mit diesen Aufgabenfeldern setze ich mich seit mehreren Jahren intensiv auseinander.
Darüber hinaus arbeite ich regelmäßig mit unterschiedlichen Interessenvertretungen zusammen und bin es gewohnt, im Sinne der Organisation tragfähige Lösungen zu entwickeln sowie verschiedene Meinungen und Perspektiven zusammenzuführen. Genau diese Fähigkeiten werden auch für die zukünftige Arbeit des Aufsichtsrats von zentraler Bedeutung sein.
Satzungskenntnis und Vereinsrecht
Ich habe den Prozess der Neustrukturierung unseres Vereins von Beginn an aktiv begleitet und bin einer der Initiatoren dieser wohl historischen Chance für unseren Verein. Der damit verbundenen Verantwortung bin ich mir vollumfänglich bewusst.
Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich mir fundierte Kenntnisse im Vereinsrecht angeeignet und kenne unsere Satzung nicht nur im Wortlaut, sondern vor allem auch die Intentionen hinter den einzelnen Änderungen von A bis Z. Prof. Dr. Heermann hat uns über einen Zeitraum von nahezu sechs Monaten als juristische Beratung begleitet und uns dabei einen erheblichen Wissensschatz vermittelt. Dieses Wissen gilt es nun weiterhin verantwortungsvoll in die Vereinsarbeit einzubringen.
Netzwerk
Zu Beginn unserer Arbeit stand eine umfassende Analyse: Wie ist der Status quo bei anderen Profivereinen? Durch die gute Vernetzung der Fanszenen sowie den Austausch mit Verantwortlichen anderer Vereine konnten wir wertvolle Kontakte knüpfen und ein belastbares Netzwerk aufbauen.
Auch im Rahmen der Kampagne hatte ich unter anderem Kontakt zu Aufsichtsratsmitgliedern anderer Vereine. Darüber hinaus verfügen wir als Fanszene und Kampagne über ein starkes sportliches Netzwerk und pflegen intensive Beziehungen zu ehemaligen Spielern und Trainern des 1. FC Saarbrücken. Insbesondere bei der Besetzung von Vorstandsposten – vor allem im Bereich Sport – kann auf dieses Netzwerk zurückgegriffen werden, um sich fundiert beraten zu lassen.
4. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand, in dem sich der Verein befindet? In welchen Bereichen besteht der größte Verbesserungsbedarf?
Durch die Satzungsänderung befinden wir uns nun in einer Übergangsphase, in der die alte Struktur durch die neue ersetzt wird. In dieser Phase gilt es, die grundlegenden Weichen für die Zukunft zu stellen und wichtige Entscheidungen zu treffen. Dies ist zweifellos eine herausfordernde Aufgabe.
In der Vergangenheit ist das Vertrauen in die handelnden Akteure und Gremien verloren gegangen. Für die Zukunft wird es jedoch entscheidend sein, dieses Vertrauen wieder aufzubauen und insbesondere den eingeschlagenen Weg zu unterstützen und diesen mit Leben zu füllen. Dies muss kontinuierlich und zielgerichtet geschehen. Nach kleineren Rückschlägen darf es kein Zweifeln am großen Ganzen geben. Wie auch im Projektmanagement muss aber natürlich bei einem Verlassen des Weges oder unerwarteten und nicht vorhersehbaren Geschehnissen eine Anpassung erfolgen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbesserung unserer Kommunikation, sowohl seitens des Vereins als auch von uns Fans. Der Verein sollte nach jeder Entscheidungsfindung als erste Instanz informieren und berichten. Dabei darf es keinesfalls zu einem Durchsickern interner Informationen kommen, da dies Unruhe, Unwahrheiten oder Spekulationen hervorrufen könnte und in der Vergangenheit oftmals auch gemacht hat. Auch wir als Fans und Mitglieder sind gefordert, uns solchen Spekulationen zu entziehen. Es ist wichtig, dass wir unser Handeln hinterfragen und erst dann Stellung nehmen oder eine Meinung bilden, wenn wir Informationen aus erster Hand erhalten haben oder idealerweise im direkten Dialog mit den Akteuren stehen.
Es ist entscheidend, dass wir uns dieses Bewusstsein für die Zukunft bewahren, um dem Verein und allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, in Ruhe und fokussiert zu arbeiten. Mit der Satzungsänderung haben wir bereits Mechanismen implementiert, die sicherstellen, dass Entscheidungen und Updates aus dem Vereinsleben strukturiert und transparent kommuniziert werden.
5. Wie nehmen Sie die Infrastruktur beim FCS wahr und welche Zukunftsvision haben Sie hierzu? Welche Bedeutung hat für Sie das Zusammenspiel mit der Stadt Saarbrücken?
Die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für unsere Mannschaften sind derzeit alles andere als zufriedenstellend. Wenn ein Spieler wie Manuel Zeitz in einem Interview feststellt, dass sich das Trainingsgelände seit seiner Zeit in der Jugendmannschaft kaum verändert hat, ist das ein deutliches Alarmsignal und ein Armutszeugnis für die aktuelle Situation. Auch die Infrastruktur im Ludwigsparkstadion entspricht in vielen Bereichen nicht den Anforderungen eines modernen Profivereins: die Vorraussetzungen für eine Zweitliga-Zulassung müssen hergestellt werden, die Zahl der Stehplätze und damit insbesondere auch kostengünstiger Tickets ist bei Weitem nicht ausreichend und auch die Möglichkeiten, den Aufenthalt in unserer geliebte Heimspielstätte für jeden blau-schwarzen Fan noch attraktiver zu gestalten, sind noch lange nicht ausgereizt.
Hier gilt es, innovative und zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln, um nachhaltige Lösungen zu schaffen. Klar ist jedoch auch: Der Verein wird notwendige Veränderungen am Status quo kaum allein aus eigenen finanziellen Mitteln umsetzen können. Aus diesem Grund beschäftige ich mich bereits seit mehreren Wochen intensiv mit entsprechenden Lösungsansätzen, die im Einklang mit dem verabschiedeten Leitbild stehen.
Diese Vorschläge würde ich sehr gerne offen und konstruktiv mit den Mitgliedern, dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat diskutieren. Darüber hinaus ist es zwingend erforderlich, wieder ein vertrauensvolles und partnerschaftliches Verhältnis zur Stadt aufzubauen. Dafür braucht es klare und kompetente Ansprechpartner auf Seiten des Vereins, die diese Gespräche kontinuierlich führen und mit der Materie vertraut sind. Nur im engen Schulterschluss und in gemeinsamer Verantwortung – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Verein der einzige dauerhafte Mieter des Ludwigsparkstadions ist – können für beide Seiten tragfähige und nachhaltige Lösungen entstehen.
6. Wie blicken Sie auf die von „Zukunft Blau-Schwarz“ angestoßenen strukturellen Veränderungen und welche Themen müssen kurz- und mittelfristig umgesetzt werden? Haben Sie bereits einen konkreten Arbeitsplan oder Ansätze, an denen sich in den nächsten Monaten orientiert werden sollte?
Ohne Eigenlob spricht das Ergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung für sich. Die beschlossenen strukturellen Veränderungen waren dringend notwendig und wurden von einem erheblichen Teil der Mitgliedschaft klar eingefordert und getragen.
Kurz- und mittelfristig steht nun insbesondere die zeitnahe Benennung der Vorstände im Fokus. Hierfür müssen vom Aufsichtsrat klare strategische Zielvorgaben definiert werden, damit keine wertvolle Zeit verloren geht. Die nächsten Schritte sind entscheidend, um die beschlossene Struktur zügig mit Leben zu füllen.
Einen entsprechenden Arbeits- und Zeitplan habe ich bereits entworfen. Dabei kann ich auf die monatelangen inhaltlichen und organisatorischen Erfahrungen aus der Initiative „Zukunft Blau-Schwarz“ zurückgreifen. Die Stellenausschreibungen für die Vorstandspositionen sind in ihren Grundzügen vorbereitet und können kurzfristig im Gremium abgestimmt und weiter geschärft werden.
Darüber hinaus habe ich bei allen Veranstaltungen und Vorstellungen des Konzepts stets betont, dass es sich bislang um Phase 1 des Veränderungsprozesses gehandelt hat. Mittelfristig gilt es nun, in Phase 2 überzugehen und weitere Anpassungen der Satzung zu diskutieren. Im ersten Schritt haben wir uns bewusst auf die zwingend notwendigen und strukturellen Punkte konzentriert, da wir die Mitglieder nicht mit einer Fülle von Neuerungen konfrontieren wollten. Step by Step.
Weitere inhaltlich wichtige Schritte sind bereits konzeptionell vorbereitet. Auch diese wurden intensiv diskutiert und bereits durch Prof. Dr. Heermann juristisch geprüft und können zu gegebener Zeit in den weiteren Reformprozess eingebracht werden. Da wir nun aber keinen Zeitdruck haben, kann man diese Punkte ausführlich und in Ruhe innerhalb der Gremien und mit der Mitgliedschaft diskutieren.
7. Wo sehen Sie den FCS in drei Jahren? Was sind – unabhängig vom sportlichen Erfolg – die wesentlichen Ziele, die Sie erreicht sehen wollen?
Ich würde niemals Garantien für sportlichen Erfolg aussprechen. Entscheidend ist vielmehr, durch verantwortungsvolles und konsequentes Handeln die Wahrscheinlichkeit von Erfolg zu erhöhen und den Einfluss des Zufalls so gering wie möglich zu halten.
In drei Jahren möchte ich sagen können, dass wir die Übergangsphase erfolgreich gemeistert haben und den Verein wieder mit einem klaren, zukunftsgerichteten Fokus führen. Ich möchte sagen können, dass wir weiterhin den gemeinsam eingeschlagenen Weg verfolgen und – sofern notwendig – lediglich punktuelle Anpassungen vorgenommen haben.
Darüber hinaus soll der Verein wirtschaftlich auf einer deutlich breiteren und stabileren Sponsorenbasis stehen und in der Stadt sowie in der Region wieder als identitätsstiftende Kraft wahrgenommen werden. Die Mitglieder sollen sich erneut abgeholt fühlen und eine aktive, lebendige Vereinskultur erleben, in der sie sich selbst wiederfinden und einbringen können.
Nicht zuletzt wünsche ich mir, dass wir in drei Jahren eine klare sportliche Vision entwickelt und verankert haben, die konsequent über alle Mannschaften hinweg vermittelt und gelebt wird.
8. Welche Anforderungen haben Sie an die neu einzustellenden Vorstände? Welche Zielvorgaben sind Ihnen hierbei besonders wichtig?
Die neuen Vorstände müssen sowohl professionell als auch integer handeln. Sie sollten sich intensiv mit dem Verein auseinandersetzen und den Aufsichtsrat durch klare Visionen, nachvollziehbare Ziele und eine umfassende Gesamtstrategie überzeugen. Voraussetzung dafür ist eine vertrauensvolle, respektvolle und wertschätzende Zusammenarbeit mit allen Bereichen, Gremien und Mitgliedern des Vereins.
Darüber hinaus müssen die Vorstände das verabschiedete Leitbild verinnerlichen und ihr gesamtes Handeln konsequent daran ausrichten. Entscheidungen und Maßnahmen sollten stets im Einklang mit diesen Grundsätzen stehen und transparent kommuniziert werden.
Beispiele für Zielvorgaben wurden bereits im Rahmen der Initiative ausgearbeitet und bei der außerordentliche Mitgliederversammlung vorgestellt. Diese müssen nun gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrates final abgestimmt und konkretisiert werden.
9. Wie wichtig ist Ihnen das aktive Miteinbeziehen von Fans und Mitgliedern bei der Gestaltung des Vereinslebens? Welche besondere Rolle können hierbei Arbeitskreise, bestehend aus Verantwortlichen des Vereins und der Mitgliedschaft, spielen (Stichwort Leitbildkommission, AK Blau-Schwarz ist Vielfalt, AK Blau-schwarze Geschichte etc.)? Können ergänzende Beiräte ein praktikables Modell für die Zukunft sein?
Wie bereits auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung ausgeführt, haben die bisherigen Arbeitsgruppen einen erheblichen Mehrwert für unseren Verein und seine Mitgliedschaft geschaffen. Dies zeigte sich zuletzt erneut eindrucksvoll am Arbeitskreis „Blau-schwarze Geschichte“. Aus diesem Grund war es mir ein wichtiges Anliegen, die Möglichkeit zur Berufung von Arbeitsgruppen durch den Aufsichtsrat unter Einbindung von Mitgliedern ausdrücklich in der Satzung zu verankern.
Unabhängig davon habe ich auch im Rahmen der Informationsveranstaltungen gesagt, dass wir uns aktuell in Phase 1 des Reformprozesses befinden. Für Phase 2 wurden und werden unter anderem verschiedene Beiratsmodelle diskutiert, konzeptionell ausgearbeitet und mit Prof. Dr. Heermann besprochen. Dabei ist besonders darauf zu achten, in welcher Form und in welchem Umfang Beiräte Einfluss auf Entscheidungsprozesse nehmen können. Vergleichbare Modelle werden an anderen Standorten in Deutschland bereits seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert.
Für unseren Verein halte ich insbesondere die Einrichtung eines Sport-, Wirtschafts- und Fanbeirats für sinnvoll. Diese Gremien sollen sowohl den Vorstand als auch den Aufsichtsrat beratend unterstützen und bei Bedarf gezielt zu Sitzungen hinzugezogen werden. Eine solche Struktur ist nicht nur hilfreich, sondern in bestimmten Konstellationen sogar notwendig – etwa dann, wenn der Aufsichtsrat nicht mit allen gewünschten fachlichen Profilen besetzt werden kann, weil entsprechende Kandidatinnen und Kandidaten nicht zur Wahl stehen. In diesem Fall können Beiräte fehlende Expertise gezielt ergänzen und auffangen. Darüber hinaus stärken sie die Teilhabe, Identifikation und Bindung an den Verein.
10. Wie stehen Sie zur 50+1-Regel und anderen fanpolitischen Themen, die derzeit viele Stadiongänger umtreiben (Vorhaben der Innenministerkonferenz, Regionalliga-Reform, Abschaffung von Verbandsstrafen für Pyrotechnik etc.)? Der FCS hat sich im August in einem Statement dazu bekannt, die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ zu unterstützen. Wird dieser Weg mit Ihnen fortgesetzt?
Grundsätzlich werde ich mich weiterhin konsequent für alle fanpolitischen Themen einsetzen und dabei stets versuchen, Verständnis zu schaffen sowie mögliche Reaktionen und Lösungsansätze aufzuzeigen. Dies sehe ich als einen elementaren Bestandteil meiner Rolle und zugleich als klare Aufgabe.
Konkret bedeutet das auch, dass ich die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ weiterhin aktiv unterstützen und mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln vorantreiben werde. Insbesondere in meiner Rolle als Fanvertreter werde ich mich bemühen, für alle Fans ein offenes Ohr zu haben. Fans und Mitglieder können mich jederzeit ansprechen und ihre Anliegen schildern, die ich aufnehmen und nach Möglichkeit aktiv weiterverfolgen werde.
Für mich ist es selbstverständlich, nicht ausschließlich einen festen Platz einzunehmen, sondern auch bewusst Präsenz auf den unterschiedlichen Tribünen zu zeigen. Entsprechend werde ich auch meinen Platz in der Virage Est situativ verlassen, um den Austausch mit Fans in allen Stadionbereichen zu suchen. Ein Fanvertreter sollte für alle Fans sprechen und sich unabhängig von Standort oder Zugehörigkeit für ihre Interessen einsetzen.
11. Sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf rund um die Durchführung der Heimspiele des FCS? Wie stehen Sie zur Polizeipräsenz bei sogenannten „Risikospielen“ mit Einheiten aus mehreren Bundesländern und Drohneneinsätzen, die den Steuerzahler enorm belasten?
Seit der Rückkehr in den Ludwigspark ist die Situation an Heimspieltagen ein wiederkehrendes Thema auf nahezu jeder Mitgliederversammlung. Es besteht dringender Verbesserungsbedarf, insbesondere in den Abläufen und Rahmenbedingungen an Spieltagen. Der Dialog mit allen beteiligten Akteuren wurde bereits aufgenommen und muss konsequent fortgeführt werden, um tragfähige und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.
Darüber hinaus besteht auch bei weiteren Aspekten rund um Heimspieltage, insbesondere im Bereich der Verpflegung, deutlicher Handlungsbedarf. Hier ist ebenfalls ein offener und konstruktiver Austausch mit der Stadt erforderlich, um bestehende Probleme klar zu benennen und gemeinsam Verbesserungen zu erarbeiten.
Sicherheit an Heimspieltagen muss jederzeit gewährleistet sein – jedoch stets mit Augenmaß. Die Diskussionen rund um die Innenministerkonferenz (IMK) sowie der breite Zuspruch von Fans verschiedenster Couleur für die Kampagne des Bündnisses „Fanszenen Deutschland“ zeigen deutlich, dass sich ein Großteil der Stadionbesucher grundsätzlich sicher fühlt. Mehr Überwachungsmaßnahmen führen nicht automatisch zu mehr Sicherheit.
Gerade in den vergangenen Jahren wurden Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt an Heimspieltagen immer wieder erheblichen Einschränkungen ausgesetzt. Wenn man sich in der eigenen Stadt wie ein unwillkommener Gast fühlt und die Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt wird, ist dies nicht akzeptabel. Die pauschale Begründung „Standort Ludwigspark“ darf hierbei nicht als Ausrede dienen. Vielmehr braucht es auch hier konkrete und lösungsorientierte Ansätze unter Einbeziehung aller Beteiligter – insbesondere also auch der Stadionbesucherinnen und -besucher.
12. Wie möchten Sie sicherstellen, dass auf allen Ebenen des Vereins ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, bei dem das „Wir“ im Vordergrund steht und sich alle für den FCS engagierten Menschen gleichermaßen wertgeschätzt fühlen? Wie kann der Verein dem verabschiedeten Leitbild und damit auch der Bedeutung seiner Anhängerschaft gerecht werden?
Die Marschroute für die Zukunft ist durch das Votum vom 11.10. eindeutig vorgegeben. Um ein echtes Wir-Gefühl zu entwickeln, ist es nun entscheidend, auch die rund acht Prozent der Mitglieder zu überzeugen, die diesem Weg bislang kritisch gegenüberstehen.
Meinen Beitrag hierzu werde ich innerhalb der Gremien leisten und mich dabei stets am verabschiedeten Leitbild orientieren. Dieses bildet den verbindlichen Rahmen für mein Handeln und für die weitere gemeinsame Entwicklung des Vereins.
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Hier geht es zum Fragenkatalog und den Antworten weiterer Kandidierenden für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V.:
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…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!
