Im Folgenden veröffentlichen wir die eingesendeten Antworten von Aufsichtsrats-Kandidat Daniel Hager zu dem von „Zukunft Blau-Schwarz“ veröffentlichten Fragenkatalog.
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1. Stellen Sie sich gerne einmal kurz vor: Name, Alter, Beruf und Ihr Weg zum und mit dem FCS.
Daniel Hager, 53 Diplom-Kaufmann. Momentan u.a. Aufsichtsratsvorsitzender der Hager SE
Der FCS war eigentlich immer da. Der Verein war Gesprächsstoff – schon in der Grundschule. Mein erster Stadionbesuch war mit meinem Vater. Ein Freundschaftsspiel gegen den 1.FC Köln mit Toni Schuhmacher und Pierre Littbarski. Mein Vater hat das Geschehen des Vereins schon sehr früh verfolgt, stand mit Herbert Binkert an der Flak und war sogar 1952 beim Endspiel in Ludwigshafen. Irgendwann ist das Fieber abgeflacht. Mit meiner Begeisterung habe ich es wieder angefacht. Der FCS hat uns verbunden – wenn wir zusammen ins Stadion gegangen sind, war das immer etwas Besonderes.
2. Worin liegt Ihre Motivation für eine ehrenamtliche Kandidatur für den Aufsichtsrat des 1.FC Saarbrücken e.V.?
Der FCS befindet sich in einer Umbruchsphase. Eine neue Satzung muss gelebt werden und der Verein muss wieder an einem Strang ziehen. Ich glaube hier helfen zu können in dem ich verschiedene Teilhaber zusammen führen, die Wogen glätten kann und einwirken kann damit der FCS fit für die Zukunft wird.
3. Was qualifiziert Sie besonders für die Arbeit im Aufsichtsrat?
Ich bin in verschiedenen Aufsichtsräten tätig und war schon einmal zwischen 2010 und 2013 im Aufsichtsrat des FCS.
4. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand, in dem sich der Verein befindet? In welchen Bereichen besteht der größte Verbesserungsbedarf?
Erst einmal muss dafür gesorgt werden, dass wieder Ruhe einkehrt und sich der sportliche Erfolg einstellt.
Perspektivisch muss die Saison 26/27 gesichert werden und der finanzielle Spielraum für die Zukunft erweitert werden. In allen Bereichen des Vereins gibt es Möglichkeiten professioneller zu arbeiten um attraktiver für alle Teilhaber des Vereins zu werden.
Außerdem muss ein Heilungsprozess stattfinden. Alle Beteiligten müssen wider mehr miteinander reden und einander zuhören.
5. Wie nehmen Sie die Infrastruktur beim FCS wahr und welche Zukunftsvision haben Sie hierzu? Welche Bedeutung hat für Sie das Zusammenspiel mit der Stadt Saarbrücken?
Es gibt in allen Bereichen Verbesserungspotential. Es wird wichtig sein Prioritäten zu setzen und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten das Beste zu erreichen.
Die Stadt ist u.a. als Vermieter des Stadions ein wichtiger Partner – wenn nicht der Wichtigste. Eine gute Beziehung ist essentiell. Auch mit Blick auf die 2. Liga muss man über die zweite Ausbaustufe des Stadions nachdenken.
6. Wie blicken Sie auf die von „Zukunft Blau-Schwarz“ angestoßenen strukturellen Veränderungen und welche Themen müssen kurz- und mittelfristig umgesetzt werden? Haben Sie bereits einen konkreten Arbeitsplan oder Ansätze, an denen sich in den nächsten Monaten orientiert werden sollte?
Die neue Satzung muss jetzt mit Leben gefüllt werden. Strukturen und Prozesse ersetzen keine Menschen und notwendige Entscheidungen. Der Aufsichtsrat muss als erstes die Vorstandsposten besetzen und dafür Sorge tragen, dass die neue Saison finanziell gesichert wird. Auch muss sich das neu gewählte Aufsichtsratsgremium finden. Ich hoffe, dass wird nicht zu lange dauern, denn viel Zeit haben wir nicht.
7. Wo sehen Sie den FCS in drei Jahren? Was sind – unabhängig vom sportlichen Erfolg – die wesentlichen Ziele, die Sie erreicht sehen wollen?
Ich will dass wir die aktuelle Umbruchsphase schnell hinter uns bringen und wieder Ruhe in den Verein kommt. Dann gilt es auch durch eine stetige Professionalisierung die finanzielle Basis zu schaffen damit wir wettbewerbsfähig sind um in die 2. Liga zu kommen. Finanziell ist die 3. Liga äußerst schwierig. Ich würde mir wünschen, dass wir nach den 3 Jahren alle an einem Strang ziehen und alle gleich stolz auf unseren Verein sein können.
8. Welche Anforderungen haben Sie an die neu einzustellenden Vorstände? Welche Zielvorgaben sind Ihnen hierbei besonders wichtig?
Dass sie ihr Handwerk verstehen,
dass sie einen Plan entwickeln und umsetzen können
dass sie hungrig sind etwas zu erreichen
dass sie Teamspieler sind
dass Sie für unseren Verein und unsere Region brennen oder sich zumindest sehr stark mit uns identifizieren
9. Wie wichtig ist Ihnen das aktive Miteinbeziehen von Fans und Mitgliedern bei der Gestaltung des Vereinslebens? Welche besondere Rolle können hierbei Arbeitskreise, bestehend aus Verantwortlichen des Vereins und der Mitgliedschaft, spielen (Stichwort Leitbildkommission, AK Blau-Schwarz ist Vielfalt, AK Blau-schwarze Geschichte etc.)? Können ergänzende Beiräte ein praktikables Modell für die Zukunft sein?
Prinzipiell ist es mal etwas gutes wenn sich die Mitglieder eines Vereins einbringen wollen.
Ein Beirat ist ein gutes Mittel um verschiedene Teilhaber einzubinden, Expertise einzubringen und Impulse zu setzen. Die Aufgaben eines Beirats müssen klar definiert sein damit nicht zu viele Nebenkriegsschauplätze entstehen.
Ein Wirtschaftsbeirat oder ein Fanbeirat können aus meiner Sicht äußerst sinnvoll sein.
10. Wie stehen Sie zur 50+1-Regel und anderen fanpolitischen Themen, die derzeit viele Stadiongänger umtreiben (Vorhaben der Innenministerkonferenz, Regionalliga-Reform, Abschaffung von Verbandsstrafen für Pyrotechnik etc.)? Der FCS hat sich im August in einem Statement dazu bekannt, die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ zu unterstützen. Wird dieser Weg mit Ihnen fortgesetzt?
Erst mal gilt es die Politik des Vereins gegenüber des Verbands fortzuführen. Da wo sinnvoll müssen zu ändernde Punkte mit den Gremien des Vereins und der verschiedenen Teilhaber erörtert werden (siehe Beirat)
11. Sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf rund um die Durchführung der Heimspiele des FCS? Wie stehen Sie zur Polizeipräsenz bei sogenannten „Risikospielen“ mit Einheiten aus mehreren Bundesländern und Drohneneinsätzen, die den Steuerzahler enorm belasten?
Ein Stadionbesuch soll für alle Teilnehmer sicher sein. Niemand darf zu Schaden kommen. Alle Maßnahmen müssen verhältnismäßig und ausgewogen sein.
12. Wie möchten Sie sicherstellen, dass auf allen Ebenen des Vereins ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, bei dem das „Wir“ im Vordergrund steht und sich alle für den FCS engagierten Menschen gleichermaßen wertgeschätzt fühlen? Wie kann der Verein dem verabschiedeten Leitbild und damit auch der Bedeutung seiner Anhängerschaft gerecht werden?
Indem die verschiedenen Teilhaber gehört und eingebunden werden und Transparenz bei Entscheidungen und Aufgaben hergestellt wird
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Hier geht es zum Fragenkatalog und den Antworten weiterer Kandidierenden für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V.:
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…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!
