Antworten von AR-Kandidat Andreas Marschler

Im Folgenden veröffentlichen wir die eingesendeten Antworten von Aufsichtsrats-Kandidat Andreas Marschler zu dem von „Zukunft Blau-Schwarz“ veröffentlichten Fragenkatalog.

___________________

Mit großem Interesse an der weiteren Entwicklung unseres FC Saarbrücken und auf Bitte der Initiative „Zukunft Blau-Schwarz“ reiche ich hiermit meine Antworten auf den Fragenkatalog zur Kandidatur für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V. ein.

Die folgenden Ausführungen sollen meine Motivation, meinen Hintergrund und meine Vorstellungen für die zukünftige Arbeit im Aufsichtsrat nachvollziehbar machen.

1. Stellen Sie sich gerne einmal kurz vor: Name, Alter, Beruf und Ihr Weg zum und mit dem FCS.

Mein Name ist Andreas Marschler, ich bin 1968 geboren und lebe in Saarbrücken. Beruflich arbeite ich als Marketing-Manager sowie als Mitglied im Gesamtbetriebsrat und Betriebsrat der cetecom advanced GmbH in Saarbrücken; zuvor war ich viele Jahre geschäftsführender Gesellschafter einer Werbeagentur in Saarbrücken. Zum FCS habe ich seit vielen Jahren eine persönliche Verbindung als gebürtiger Saarbrücker und Fußballfan, seit dem 01.10.2020 zudem als Vereinsmitglied (Nr. 925879). 

2. Worin liegt Ihre Motivation für eine ehrenamtliche Kandidatur für den Aufsichtsrat? 

Der 1. FC Saarbrücken ist für mich ein wichtiger Teil meiner Heimatstadt, dessen langfristiger Erfolg mir persönlich am Herzen liegt. Mit meiner Kandidatur möchte ich dazu beitragen, den Verein sportlich und wirtschaftlich nachhaltig weiterzuentwickeln und die begonnene Modernisierung der Vereinsstrukturen konstruktiv zu unterstützen. Besonders wichtig sind mir Transparenz, Beteiligung der Mitglieder und ein respektvoller Umgang aller am Verein Beteiligten.

3. Was qualifiziert Sie besonders für die Arbeit im Aufsichtsrat? 

Ich verfüge über langjährige Erfahrung in der betrieblichen Mitbestimmung, in Verhandlungsführung und in der Organisation und Moderation von Entscheidungsprozessen. Durch meine Tätigkeit im Marketing sowie als ehemaliger Agentur-Geschäftsführer bringe ich umfangreiche Kenntnisse in strategischer Kommunikation, Markenführung und Projektorganisation mit. Hinzu kommt mein Engagement in Saarbrücker Vereins- und Sozialprojekten, etwa rund um Benefizaktionen wie den „Kältebus Saarbrücken“.

4. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand des Vereins? In welchen Bereichen besteht der größte Verbesserungsbedarf? 

Sportlich hat sich der FCS in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, gleichzeitig ist er strukturell und kommunikativ noch nicht überall da, wo er sein könnte. Aus meiner Sicht besteht der größte Verbesserungsbedarf in einer klaren, gemeinsam getragenen Vereinsstrategie, in transparenteren Entscheidungswegen und in einer professionelleren internen wie externen Kommunikation. Wenn es gelingt, diese Themen anzugehen, kann der Verein seine sportlichen und wirtschaftlichen Potenziale besser ausschöpfen.

5. Wie nehmen Sie die Infrastruktur beim FCS wahr und welche Zukunftsvision haben Sie? Welche Bedeutung hat das Zusammenspiel mit der Stadt? 

Die bestehende Infrastruktur ist in Teilen solide, stößt aber bei Trainingsbedingungen, Nachwuchsarbeit und Zuschauererlebnis erkennbar an Grenzen. Meine Vision ist eine schrittweise Modernisierung – von guten Rahmenbedingungen für alle Mannschaften bis zu einem attraktiven, barrierearmen Stadionerlebnis. Dafür ist eine enge, verlässliche Partnerschaft mit der Stadt Saarbrücken entscheidend, bei der Verein und Stadt gemeinsame Projekte planen und den FCS als Aushängeschild der Region verstehen.

6. Wie blicken Sie auf die strukturellen Veränderungen von „Zukunft Blau-Schwarz“? Haben Sie bereits einen konkreten Arbeitsplan? 

Die angestoßenen strukturellen Veränderungen sehe ich als große Chance, den Verein moderner und transparenter aufzustellen. Kurzfristig geht es darum, Rollen, Zuständigkeiten und Entscheidungswege klar zu definieren und regelmäßig zu kommunizieren. Mittelfristig sollten Mitgliederbeteiligung, professionelle Kommunikation und eine verlässliche Finanz- und Sponsoringstrategie im Mittelpunkt stehen. Dabei halte ich konkrete Arbeitspläne mit klaren Zielen und Zeiträumen für unverzichtbar.

7. Wo sehen Sie den FCS in drei Jahren? Was sind die wesentlichen Ziele? 

In drei Jahren sehe ich den FCS als sportlich ambitionierten, wirtschaftlich stabilen und strukturell klar organisierten Club. Wichtig ist mir, dass bis dahin eine nachvollziehbare Vereinsstrategie gelebt wird, die Mitglieder und Fans einbindet und auf einem soliden finanziellen Fundament steht. Der Verein soll als moderner Traditionsverein wahrgenommen werden, der sportlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.

8. Welche Anforderungen haben Sie an die neu einzustellenden Vorstände? 

Von den neuen Vorständen erwarte ich Fachkompetenz, Integrität und einen kooperativen Führungsstil. Sie sollten in der Lage sein, eine langfristige Strategie zu entwickeln, wirtschaftlich solide zu arbeiten und dabei das Leitbild des Vereins ernst zu nehmen. Wichtig sind mir außerdem klare Kommunikation, Transparenz gegenüber den Gremien und ein offener Umgang mit Mitgliedern und Fans.

9. Wie wichtig ist Ihnen das aktive Miteinbeziehen von Fans und Mitgliedern? 

Die aktive Einbindung von Fans und Mitgliedern ist für mich ein zentraler Baustein einer modernen Vereinsführung. Arbeitskreise wie Leitbildkommission oder Projekte zu Vielfalt und Vereinsgeschichte können wichtige Ideen liefern und Perspektiven der Mitgliedschaft systematisch einbringen. Ergänzende Beiräte halte ich für ein sinnvolles Instrument, solange ihre Aufgaben klar beschrieben und die Schnittstellen zu Vorstand und Aufsichtsrat transparent geregelt sind.

10. Wie stehen Sie zur 50+1-Regel und anderen fanpolitischen Themen, die derzeit viele Stadiongänger umtreiben (Vorhaben der Innenministerkonferenz, Regionalliga-Reform, Abschaffung von Verbandsstrafen für Pyrotechnik etc.)? Der FCS hat sich im August in einem Statement dazu bekannt, die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ zu unterstützen. Wird dieser Weg mit Ihnen fortgesetzt? 

Ich befürworte die 50+1-Regel ausdrücklich, weil sie die Einflussmöglichkeiten der Mitglieder sichert und Vereine vor einseitigen Investoreninteressen schützt. Fanpolitische Themen wie Verbandsstrafen oder sicherheitspolitische Maßnahmen sollten im Dialog mit Fans, Verbänden und Politik behandelt werden, anstatt ausschließlich über Kollektivstrafen. Den vom FCS eingeschlagenen Weg, etwa die Unterstützung der Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“, würde ich im Aufsichtsrat weiter mittragen und konstruktiv begleiten.

11. Wie stehen Sie zur Durchführung der Heimspiele und zur Polizeipräsenz (Risikaspiele/Drohneneinsätze)? 

Rund um die Heimspiele sehe ich kontinuierlichen Verbesserungsbedarf, etwa bei Abläufen, Service, Kommunikation und Erreichbarkeit. Ziel sollte ein sicheres, gleichzeitig, aber fanfreundliches Stadionerlebnis sein, das die Fankultur respektiert. Umfangreiche Polizeieinsätze und Drohnennutzung sollten kritisch hinterfragt und auf das notwendige Maß begrenzt werden. Prävention, Dialog und gute Zusammenarbeit zwischen Verein, Fans, Stadt und Polizei sind für mich der bessere Weg.

12. Wie möchten Sie sicherstellen, dass auf allen Ebenen des Vereins ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, bei dem das „Wir“ im Vordergrund steht und sich alle für den FCS engagierten Menschen gleichermaßen wertgeschätzt fühlen? Wie kann der Verein dem verabschiedeten Leitbild und damit auch der Bedeutung seiner Anhängerschaft gerecht werden? 

Ein starkes „Wir-Gefühl“ entsteht, wenn das Leitbild des Vereins im Alltag spürbar wird und alle Ebenen transparent miteinander umgehen. Dazu gehören klare Informationen, echte Beteiligungsmöglichkeiten und die Wertschätzung von Engagement – ob auf der Tribüne, im Ehrenamt oder in der Organisation. Ich möchte im Aufsichtsrat dafür eintreten, dass Entscheidungen nachvollziehbar begründet werden, Dialogformate weiterentwickelt werden und der FCS seine Anhängerschaft als zentrale Stärke des Vereins versteht.

___________________

Hier geht es zum Fragenkatalog und den Antworten weiterer Kandidierenden für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V.:

__________________________________

…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!