Antworten von AR-Kandidat Philipp Gross

Im Folgenden veröffentlichen wir die eingesendeten Antworten von Aufsichtsrats-Kandidat Philipp Gross zu dem von „Zukunft Blau-Schwarz“ veröffentlichten Fragenkatalog.

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1. Stellen Sie sich gerne einmal kurz vor: Name, Alter, Beruf und Ihr Weg zum und mit dem FCS.

Mein Name ist Philipp Gross, Jahrgang 1966. Ich trage in vierter Generation Verantwortung für unser Familienunternehmen Peter Gross Bau in St. Ingbert

Zum 1. FC Saarbrücken habe ich eine lange, wenn auch unterbrochene Geschichte: erste Stadionerlebnisse im Ludwigspark hatte ich als Kind, war dann allerdings einige Jahre weg. Später habe ich dann wieder richtig Feuer gefangen – vor allem durch meine Kinder. Letztlich haben die dramatischen Spiele der letzten Jahre, vor allem bei mir, zu einer großen Begeisterung und Nähe geführt. Heute ist der FCS für uns ein echtes Familienritual.

Wir fiebern, wir leiden und wir jubeln – zusammen.

2. Worin liegt Ihre Motivation für eine ehrenamtliche Kandidatur für den Aufsichtsrat des 1.FC Saarbrücken e.V.?

Der FCS ist mehr als ein Verein. Er ist Identität, Heimat, Emotion – für unglaublich viele Menschen, auch für mich. Ich habe das Gefühl, dass dieser Klub in den letzten Jahren oft unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, nicht wegen mangelnder Leidenschaft, sondern wegen fehlender Klarheit.

Ich möchte helfen, Strukturen zu schaffen, die dieser Leidenschaft endlich einen stabilen Rahmen geben.

3. Was qualifiziert Sie besonders für die Arbeit im Aufsichtsrat?

Ich komme aus einer Welt, in der Verantwortung, klare Zuständigkeiten und Verlässlichkeit über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Organisationen funktionieren nur dann, wenn jeder weiß, wofür er verantwortlich ist – und wenn Kontrolle und operative Führung sauber getrennt sind. Genau das fehlt dem FCS aus meiner Sicht noch.

4. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand, in dem sich der Verein befindet? In welchen Bereichen besteht der größte Verbesserungsbedarf?

Sportlich wie emotional ist der Verein aktuell unter Druck.
Der größte Verbesserungsbedarf liegt aus meiner Sicht nicht allein auf dem Platz, sondern daneben: klare Entscheidungswege, langfristige Planung, weniger Reaktion – mehr Strategie.
Wenn die Strukturen stimmen, wächst auch wieder Ruhe und Erfolg.

5. Wie nehmen Sie die Infrastruktur beim FCS wahr und welche Zukunftsvision haben Sie hierzu? Welche Bedeutung hat für Sie das Zusammenspiel mit der Stadt Saarbrücken?

Der Ludwigspark ist ein emotionaler Ort – und er muss ein Ort sein, auf den alle stolz sind. Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist dafür unerlässlich. Vergangenes ist vergangen, jetzt geht es nach vorne. Verein, Fans und Stadt müssen an einem Strang ziehen, sonst wird es nicht funktionieren. Eine gute Infrastruktur ist die Folge einer guten Vereinsführung. Erst diese ermöglicht neue Chancen.

6. Wie blicken Sie auf die von „Zukunft Blau-Schwarz“ angestoßenen strukturellen Veränderungen und welche Themen müssen kurz- und mittelfristig umgesetzt werden? Haben Sie bereits einen konkreten Arbeitsplan oder Ansätze, an denen sich in den nächsten Monaten orientiert werden sollte?

Zum ersten Mal seit langem geht es nicht um Schnellschüsse, sondern um ein Gesamtkonzept. Die Satzungs-Initiative der Fan-Vertreter hat genau diesen Wandel angestoßen und ermöglicht.
Kurzfristig müssen Verantwortlichkeiten geklärt und Vorstände installiert werden. Mittelfristig braucht es ein durchgängiges sportliches und wirtschaftliches Leitbild.
Mein Ansatz: erst denken, dann entscheiden – und dann gemeinsam hinter der Entscheidung stehen.

7. Wo sehen Sie den FCS in drei Jahren? Was sind – unabhängig vom sportlichen Erfolg – die wesentlichen Ziele, die Sie erreicht sehen wollen?

Ich wünsche mir einen wirtschaftlich stabilen, professionell geführten Verein, der sportlich wieder realistisch um den Aufstieg spielt.
Nicht jedes Jahr Chaos, sondern Kontinuität. Nicht nur Hoffnung, sondern Substanz.
Aufstieg braucht Glück – aber Glück braucht auch Chance.
Alle Beteiligten: Spieler, Mitglieder, Fans, Aufsichtsräte, das Präsidium, die Vorstände und die Öffentlichkeit müssen wieder das gleiche Verständnis für unseren Verein haben und sich hinter der Vision Blau-Schwarz zusammenfinden.

8. Welche Anforderungen haben Sie an die neu einzustellenden Vorstände? Welche Zielvorgaben sind Ihnen hierbei besonders wichtig?

Fachliche Kompetenz, absolute Identifikation mit dem Verein – und die Fähigkeit, zu überzeugen und transparent zu kommunizieren. Es müssen für alle Bereiche, insbesondere in der sportlichen Ausrichtung, in der Vermarktung aber auch für die Beziehung zu den Fans Konzepte erstellt werden, hinter denen alle stehen. Diese müssen dann als Leitsterne für alle Entscheidungen die Richtung vorgeben.

9. Wie wichtig ist Ihnen das aktive Miteinbeziehen von Fans und Mitgliedern bei der Gestaltung des Vereinslebens? Welche besondere Rolle können hierbei Arbeitskreise, bestehend aus Verantwortlichen des Vereins und der Mitgliedschaft, spielen (Stichwort Leitbildkommission, AK Blau-Schwarz ist Vielfalt, AK Blau-schwarze Geschichte etc.)? Können ergänzende Beiräte ein praktikables Modell für die Zukunft sein?

Die aktive Einbeziehung der Fans und Mitglieder ist absolut notwendig für einen aktiven Verein, auf den alle stolz sind. Der FCS lebt von und für seine Fans. Wir müssen näher zusammenrücken, als es in den letzten Jahren gelebt wurde.
Ich bin ein großer Freund von Beiräten und kennen sie bei erfolgreichen Unternehmen und Organisationen. Diese bieten die Möglichkeit eine breite Basis von Kompetenzen, Meinungen und Stimmungen in die Gesamtüberlegungen einzubeziehen. Umgekehrt helfen Beiräte Entwicklungen und Entscheidungen breiter zu kommunizieren.

10. Wie stehen Sie zur 50+1-Regel und anderen fanpolitischen Themen, die derzeit viele Stadiongänger umtreiben (Vorhaben der Innenministerkonferenz, Regionalliga-Reform, Abschaffung von Verbandsstrafen für Pyrotechnik etc.)? Der FCS hat sich im August in einem Statement dazu bekannt, die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ zu unterstützen. Wird dieser Weg mit Ihnen fortgesetzt?

Wir müssen alle Möglichkeiten ergebnisoffen prüfen, die dem Verein eine wirtschaftlich starke Basis ermöglichen. Die wichtigsten Komponenten für Selbstbestimmung und Erfolg sind Kompetenz und Stärke.
Dabei darf die Seele des Vereins nicht verloren gehen und die entscheidende Macht muss beim Verein verbleiben.
Grundlage für ein gutes Miteinander sind dabei gegenseitiger Respekt und Wertschätzung. Wir müssen wieder lernen ergebnisoffen zu diskutieren und gemeinsam nach der besten Lösung zu ringen.

In diesem Sinne müssen selbstverständlich die Themen aufgenommen werden, welche die Fans und Mitglieder bewegen. Auch hier würden Beiräte helfen die Sorgen und Nöte der Basis aufzunehmen und eine gemeinsame Strategie und ein koordiniertes Vorgehen zu organisieren.

11. Wo sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf rund um die Durchführung der Heimspiele des FCS? Wie stehen Sie zur Polizeipräsenz bei sogenannten „Risikospielen“ mit Einheiten aus mehreren Bundesländern und Drohneneinsätzen, die den Steuerzahler enorm belasten?

Grundsätzlich müssen sie Spiele und das Umfeld sicher und attraktiv sein für alle Besucher der Spiele. Trotzdem müssen Emotionen möglich sein.

Emotionen dürfen aber nicht mit Misstrauen beantwortet werden. Verhältnismäßigkeit ist entscheidend. Massive Polizeipräsenz und Drohneneinsätze erzeugen oft mehr Distanz als Sicherheit. Auch hier braucht es Dialog statt Eskalation.

12. Wie möchten Sie sicherstellen, dass auf allen Ebenen des Vereins ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, bei dem das „Wir“ im Vordergrund steht und sich alle für den FCS engagierten Menschen gleichermaßen wertgeschätzt fühlen?

Indem man zuhört, erklärt und respektvoll miteinander umgeht – auf allen Ebenen. Der FCS ist stark, wenn sich Spieler, Mitarbeiter, Ehrenamtliche und Fans gleichermaßen wertgeschätzt fühlen und sich austauschen.
Blau-schwarz funktioniert nur gemeinsam.

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Hier geht es zum Fragenkatalog und den Antworten weiterer Kandidierenden für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V.:

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…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!