Im Folgenden veröffentlichen wir die eingesendeten Antworten von Aufsichtsrats-Kandidat Florian Weber zu dem von „Zukunft Blau-Schwarz“ veröffentlichten Fragenkatalog.
___________________
1. Stellen Sie sich gerne einmal kurz vor: Name, Alter, Beruf und Ihr Weg zum und mit dem FCS.
Mein Name ist Florian Weber, ich bin 45 Jahre alt, geboren und lebe in Saarbrücken. Ich bin Vater von 2 wundervollen Kindern 8 und 12 Jahre. Ich habe BWL an der HTW Saarbrücken studierit und als Diplom-Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing und Kommunikation abgeschlossen. Seit 18 Jahren arbeite ich bei der Karlsberg Brauerei, in verschiedenen Bereichen des Vertriebs. Mein Schwerpunkt liegt im Vertrieb für Gastronomie und Getränkefachgroßhandel sowie in der Betreuung von Veranstaltungen, Partnerschaften und Sponsoring.
Als gebürtiger Saarbrücker und Fußballenthusiast begleitet mich der FCS natürlich schon sehr lange. Mein erstes Spiel im Park an das ich mich erinnern kann, war in der Aufstiegsrunde 1992 gegen Carl Zeiss Jena (1:0). Seit 2021 bin ich zudem beruflich eng mit dem Verein verbunden und darf auf Seiten der Karlsberg Brauerei die Partnerschaft mit dem 1. FC Saarbrücken betreuen. Dadurch kenne ich den Verein inzwischen nicht nur von der Tribüne, sondern auch etwas intensiver aus der Zusammenarbeit hinter den Kulissen.
2. Worin liegt Ihre Motivation für eine ehrenamtliche Kandidatur für den Aufsichtsrat des 1.FC Saarbrücken e.V.?
Ich bewerbe mich nicht aus persönlichen Interessen, nicht aus Ego-Gründen und auch nicht, um mir oder meinem Arbeitgeber Vorteile zu verschaffen – dafür stehen über die nächsten 3 Jahre hinaus keine entsprechenden Entscheidungen hinsichtlich des Bierpartners an.
Ich bewerbe mich, weil mir der 1. FC Saarbrücken am Herzen liegt. Wie viele andere bin ich mit Blau-Schwarz infiziert und eng mit dem Verein, der Stadt und der Region verbunden. Mich reizt die Aufgabe, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzugestalten – ähnlich wie bei meinem früheren ehrenamtlichen Engagement im Jugendfußball, wo es darum geht, Entwicklung zu begleiten und Strukturen zu schaffen, in denen Leistung und Gemeinschaft wachsen können. Die Weiterentwicklung des Vereins und der Marke FCS ist für mich eine spannende und reizvolle Herausforderung. Durch die berufliche Zusammenarbeit mit dem FCS habe ich in den vergangenen Jahren tiefe Einblicke in den Verein und seine Abläufe erhalten. Dabei habe ich viele Menschen kennengelernt, die mit großem Herzblut und Engagement für den FCS arbeiten. Gleichzeitig ist spürbar, dass der Verein in den letzten Jahren stark gewachsen ist und seine Organisation an ihre Grenzen gestoßen ist. Genau hier möchte ich meine Erfahrung die ich als Partner des Vereins gesammelt habe konstruktiv einbringen.
Der Entschluss zur Kandidatur ist daher nicht kurzfristig entstanden, sondern das Ergebnis längerer Gespräche in den letzten Jahren und gemeinsamer Überlegungen, Verantwortung für den FCS zu übernehmen und seine positive Entwicklung aktiv zu begleiten.
3. Was qualifiziert Sie besonders für die Arbeit im Aufsichtsrat?
Ich bringe vor allem diplomatisches Geschick, Begeisterungsfähigkeit und eine offene Persönlichkeit mit. Ich sehe Dinge nicht nur schwarz oder weiß, sondern suche Lösungen in der Mitte und kann unterschiedliche Interessen miteinander verbinden – eine Fähigkeit, die in den nächsten Jahren für den FCS besonders wichtig sein wird.
Durch meine langjährige Erfahrung in Vertrieb, Partnerschaften und Sponsoring kenne ich Abläufe und Strukturen sowohl im Verein als auch bei Partnern und kann Ideen und Impulse einbringen, ohne mich in das Tagesgeschäft einzumischen. Ich kommuniziere gerne, arbeite mich in Themen ein und kann Menschen für Ideen begeistern – sei es für Vereinsprojekte, Netzwerktreffen oder die Zusammenarbeit mit Partnern und Sponsoren.
Zudem habe ich die Fähigkeit, das große Ganze zu sehen, Kennzahlen einzuordnen und konstruktiv zur Weiterentwicklung des Vereins beizutragen – immer im Sinne der Mitglieder und der langfristigen Stabilität des FCS.
4. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand, in dem sich der Verein befindet? In welchen Bereichen besteht der größte Verbesserungsbedarf?
Positiv betrachtet erlebt der 1. FC Saarbrücken aktuell eine enorme Dynamik: Mitgliederzahlen und Faninteresse steigen, in der öffentlichen Wahrnehmung ist es noch mal cool zum FCS zu gehen und im Stadion spürt man Zusammenhalt und besonderen Spirit. Dieses Momentum gilt es zu nutzen und weiter auszubauen.
Gleichzeitig gibt es Bereiche mit klarem Verbesserungsbedarf:
Kommunikation und Zusammenhalt in den Gremien: Unterschiedliche Meinungen sind normal, aber Transparenz, Respekt vor Mehrheitsbeschlüssen und ein einheitliches Auftreten nach außen sind entscheidend. Eine zentrale, koordinierte Kommunikation über die Pressestelle sollte zukünftig unerlässlich sein.
Markenbild und Vermarktung: Potenzial gibt es bei der Präsentation der Partner, Schaffung von Mehrwerten für Sponsoren und der Entwicklung neuer Vermarktungsmöglichkeiten.
Integration verdienter Spieler in den Verein: Uns ist in den letzten Jahren zu viel Erfahrung, Wissen und Identifikation in Form verdienter Spieler verloren gegangen. Man hat versäumt diesen ehemaligen Spielern eine Perspektive in unserem Verein aufzuzeigen und anzubieten. Hier müssen klare Stellen- und Ausbildungsprofile erstellt werden, die Zukünftig eine schnelle Integration von solchen Spielern nach ihrer aktiven Karriere ermöglichen.
Infrastruktur: Um mittelfristig mit anderen 3. oder 2. Ligisten wettbewerbsfähig zu werden, müssen sich die Trainingsbedingungen für Profis und NLZ grundlegend verbessern.
Kapitalbeschaffung: Es wird sicherlich Kapital benötigt, um in „Steine“ aber nicht in „Beine“ zu investieren. In diesem Bereich wir der Vorstand Finanzen gefordert sein, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, verschiedene Investitions- und Finanzierungsmodelle zu erarbeiten.
Insgesamt steht der Verein auf einem guten Fundament, auf dem gezielte Weiterentwicklung in Organisation, Kommunikation, Infrastruktur und Vermarktung das volle Potenzial entfalten kann.
5. Wie nehmen Sie die Infrastruktur beim FCS wahr und welche Zukunftsvision haben Sie hierzu? Welche Bedeutung hat für Sie das Zusammenspiel mit der Stadt Saarbrücken?
Bei diesem Thema gibt es leider schon viel zu lange keine erkennbaren Fortschritte, hier darf keine weitere wichtige Zeit vergeudet werden. Wir brauchen hier einen echten Masterplan „Trainingszentrum 2030“ (Finalisierung).
Die Infrastruktur ist ein zentrales Zukunftsthema für den FCS. Gerade beim Trainingsgelände braucht es aus meiner Sicht zuerst eine ehrliche Bedarfs- und Standortanalyse: Ist das Sportfeld so ausbaubar, dass es den Anforderungen eines perspektivischen Zweitligisten gerecht wird – sportlich wie organisatorisch? Wenn ja, müssen die Gespräche mit der Stadt Saarbrücken intensiviert werden, idealerweise mit dem Ziel einer Anpachtung des Geländes über einen Erbpachtvertrag.
Ich habe im Rahmen des Stadionumbaus vor rund sieben Jahren selbst Gespräche mit der Stadt geführt, damals noch mit Fokus auf Verbesserungen bei der Cateringsituation. Trotz eines schon weit fortgeschrittenen Baustands habe ich die Stadt als offenen und konstruktiven Gesprächspartner erlebt, der Vorschläge angenommen hat und dankbar für fachliche Impulse war. Diese Erfahrung stimmt mich grundsätzlich positiv für zukünftige Projekte.
Nach einer möglichen Anpachtung des Trainingsgeländes sehe ich den Finanzvorstand in der Verantwortung, passende Finanzierungsmodelle zu entwickeln, um das Sportfeld – oder gegebenenfalls einen anderen Standort – so auszubauen, dass Trainings- und Ausbildungsbedingungen für die nächsten 20 Jahre kein Thema mehr sind. Denkbar wäre aus meiner Sicht auch die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft, über die dieses und zukünftige Infrastrukturprojekte strukturiert finanziert und umgesetzt werden können.
6. Wie blicken Sie auf die von „Zukunft Blau-Schwarz“ angestoßenen strukturellen Veränderungen und welche Themen müssen kurz- und mittelfristig umgesetzt werden? Haben Sie bereits einen konkreten Arbeitsplan oder Ansätze, an denen sich in den nächsten Monaten orientiert werden sollte?
Nachhaltiger Erfolg im Profifußball ist aus meiner Sicht kein Zufallsprodukt, sondern planbar. Es gibt zahlreiche Beispiele von Vereinen, die mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen durch klare Strategien und konsequente Umsetzung erfolgreich waren – etwa Verl, Heidenheim, Freiburg oder Union Berlin. Entscheidend war dabei nie der kurzfristige Aktionismus, sondern eine langfristig gedachte, verbindliche Gesamtplanung.
Vor diesem Hintergrund bewerte ich die von „Zukunft Blau-Schwarz“ angestoßenen strukturellen Veränderungen als absolut positiv und längst überfällig. Sie eröffnen die Chance, den 1. FC Saarbrücken strategisch, strukturell und personell neu auszurichten. Kurzfristig halte ich es für zwingend erforderlich, dass der Aufsichtsrat gemeinsam eine klare Vision FCS 2029 erarbeitet und diese perspektivisch in weitere Entwicklungsstufen (2032 / 2035) überführt. Leitplanken hierfür müssen das neue Leitbild sowie die Satzung des Vereins sein.
Diese Vision darf kein abstraktes Papier bleiben, sondern muss für alle drei Vorstandsbereiche – Sport, Finanzen sowie Marketing/Vermarktung – konkrete Zielbilder, Rahmenbedingungen und messbare Kennzahlen definieren. Sie sollte den verbindlichen Orientierungsrahmen für die Arbeit des Gremiums in den kommenden Jahren bilden und zugleich die Grundlage sein, an der wir uns gegenüber den Mitgliedern messen lassen.
Gerade vor diesem Hintergrund halte ich es für essenziell, nach der Wahl am 08.01. keine vorschnellen Personalentscheidungen zu treffen. Vorstandspositionen sollten nicht nach dem Prinzip „Hauptsache besetzt“ vergeben werden, sondern erst dann, wenn klare inhaltliche Vorgaben vorliegen. Bewerberinnen und Bewerber müssen sich mit ihren Konzepten, Ideen und auch mit ihrer Persönlichkeit an der zuvor definierten Vision messen lassen.
Ein konkreter Arbeitsplan sollte daher vorsehen, diese Vision zügig – aber strukturiert – zu erarbeiten. Ich halte es für realistisch, diesen Prozess bis spätestens Ende März abzuschließen, sofern Kompetenzen gebündelt und vereinsnahe Expertise gezielt eingebunden werden. Für einzelne Themenfelder kann ich mir die Bildung temporärer Arbeitsgruppen vorstellen, in denen Aufsichtsratsmitglieder gemeinsam mit internen und externen Fachleuten Zielbilder und Zwischenziele erarbeiten. Im sportlichen Bereich könnten dabei beispielsweise Expertise aus dem Nachwuchs- und Profibereich sowie ehemalige, dem Verein verbundene Spieler eingebunden werden. Vergleichbare Ansätze bieten sich auch für die Bereiche Finanzen und Vermarktung an.
Ich betone wie an anderer Stelle schon einmal, im Verein ist bereits heute viel Kompetenz und Entwicklungswille vorhanden. Die bisherigen Strukturen haben jedoch nicht immer ermöglicht, diese Potenziale voll auszuschöpfen.
Am Ende dieses Prozesses müssen in allen drei Vorstandsbereichen klar definierte Ziele stehen, die messbar auf die Vision FCS 2029 einzahlen und gemeinsam den nachhaltigen sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg des 1. FC Saarbrücken ermöglichen.
7. Wo sehen Sie den FCS in drei Jahren? Was sind – unabhängig vom sportlichen Erfolg – die wesentlichen Ziele, die Sie erreicht sehen wollen?
In drei Jahren sehe ich den 1. FC Saarbrücken als strukturell gefestigten Profifußballverein, bei dem sportlicher Erfolg nicht von Zufälligkeiten abhängt, sondern das Ergebnis funktionierender Strukturen ist – unabhängig von der jeweiligen Ligazugehörigkeit. Der Verein sollte dann über eine klare sportliche Identität verfügen, die von der Nachwuchsförderung bis in den Profibereich gelebt wird. Entscheidungen im sportlichen Bereich müssen nachvollziehbar, konzeptbasiert und langfristig ausgerichtet sein, statt von kurzfristigen Ergebnissen getrieben zu werden.
Wesentlich ist zudem eine wirtschaftlich stabile und transparente Gesamtstruktur. In drei Jahren sollte der FCS dauerhaft lizenzsicher, finanziell planbar und organisatorisch professionell aufgestellt sein, mit einer klaren Trennung von sportlichem Kerngeschäft und wirtschaftlichen sowie infrastrukturellen Aufgaben.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Infrastruktur. Unabhängig vom sportlichen Erfolg sollten die Grundlagen für ein zeitgemäßes Trainings- und Nachwuchszentrum geschaffen oder bereits umgesetzt sein, da diese einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstellen. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass der 1. FC Saarbrücken nach innen und außen als geschlossene Einheit wahrgenommen wird: Gremien, Mitarbeitende, Spieler, Mitglieder und Fans sollten gemeinsam hinter einer klaren Vision stehen. Ein transparenter, respektvoller Umgang und eine einheitliche Kommunikation sind dafür entscheidend.
Zusammengefasst möchte ich den FCS in drei Jahren als professionell geführten, wirtschaftlich soliden und strukturell zukunftsfähigen Verein sehen, der geschlossen auftritt und eine klare Perspektive für nachhaltigen sportlichen Erfolg bietet.
8. Welche Anforderungen haben Sie an die neu einzustellenden Vorstände? Welche Zielvorgaben sind Ihnen hierbei besonders wichtig?
An die neu einzustellenden Vorstände habe ich neben fachlicher Kompetenz klare Anforderungen an Haltung, Kommunikation und Teamfähigkeit. ausEgomanen oder Einzelkämpfer haben in einer funktionierenden Vorstandsstruktur keinen Platz.
Ich erwarte Vorstände, die geschlossen auftreten, transparent kommunizieren und Verantwortung gemeinsam tragen. Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein und sich konsequent an der gemeinsam entwickelten Vereinsvision orientieren. Persönliche Interessen oder kurzfristige Effekte dürfen dabei niemals über dem nachhaltigen Erfolg des Vereins stehen. Als wesentliche Zielvorgaben sehe ich die konsequente Umsetzung der strategischen Vision, eine klare Steuerung über definierte Ziele und Kennzahlen sowie die Fähigkeit, auch in schwierigen Phasen Ruhe, Verlässlichkeit und Geschlossenheit auszustrahlen. Vorstände müssen den 1. FC Saarbrücken glaubwürdig vertreten – nach innen wie nach außen – und den Verein stets über die eigene Person stellen.
9. Wie wichtig ist Ihnen das aktive Miteinbeziehen von Fans und Mitgliedern bei der Gestaltung des Vereinslebens? Welche besondere Rolle können hierbei Arbeitskreise, bestehend aus Verantwortlichen des Vereins und der Mitgliedschaft, spielen (Stichwort Leitbildkommission, AK Blau-Schwarz ist Vielfalt, AK Blau-schwarze Geschichte etc.)? Können ergänzende Beiräte ein praktikables Modell für die Zukunft sein?
Das aktive Einbeziehen von Fans und Mitgliedern ist mir sehr wichtig. Ein e.V. wie der 1. FC Saarbrücken lebt von seiner Basis – von Engagement, Ideen und Identifikation weit über den Spieltag hinaus.
Arbeitskreise halte ich für ein gutes und praxisnahes Mittel, um dieses Potenzial zu nutzen. Bestehende Formate wie die Leitbildkommission oder Arbeitskreise zu Vielfalt und Vereinsgeschichte zeigen, dass Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktionieren kann. Darüber hinaus können Arbeitskreise aus meiner Sicht auch bei konkreten Themen unterstützen – etwa bei der Planung von Veranstaltungen wie Sponsoren- oder Netzwerktreffen oder einem Stadionfest zur Saisoneröffnung. Viele Mitglieder bringen hier wertvolle Erfahrung und Kreativität mit.
Wichtig ist mir, dass solche Arbeitskreise klar organisiert sind und ihre Arbeit nicht nur symbolisch bleibt. Ergänzende Beiräte können ebenfalls sinnvoll sein, um weitere Expertise und wissen in den Verein zu transferieren, wenn Aufgaben, Zuständigkeiten und der Austausch mit den Vereinsgremien klar geregelt sind.
10. Wie stehen Sie zur 50+1-Regel und anderen fanpolitischen Themen, die derzeit viele Stadiongänger umtreiben (Vorhaben der Innenministerkonferenz, Regionalliga-Reform, Abschaffung von Verbandsstrafen für Pyrotechnik etc.)? Der FCS hat sich im August in einem Statement dazu bekannt, die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ zu unterstützen. Wird dieser Weg mit Ihnen fortgesetzt?
50+1 ist für mich ein absolutes Muss – es schützt unsere Traditionsvereine und verhindert, dass der Fußball komplett zur Kommerzshow wird. Aber man muss realistisch bleiben: Bei vollständig ausgegliederten Profivereinen verfügen Investoren oft über den Großteil des Vereinsvermögens. Eine komplette Ausgliederung sollte also nicht automatisch der einzige Weg sein, um Kapital für Investitionen zu beschaffen. Es gibt auch Zwischenwege, wie man sie bei Freiburg oder Union Berlin sieht, bei denen der e.V. nicht seine Selbstständigkeit verliert und die Identität gewahrt bleibt. Ein warnendes Beispiel ist 1860 München – da sieht man, dass selbst 50+1 nicht alle Probleme löst. Fanpolitische Initiativen wie das Abschaffen von Verbandsstrafen für Pyro unterstütze ich absolut.
11. Sehen Sie konkreten Verbesserungsbedarf rund um die Durchführung der Heimspiele des FCS? Wie stehen Sie zur Polizeipräsenz bei sogenannten „Risikospielen“ mit Einheiten aus mehreren Bundesländern und Drohneneinsätzen, die den Steuerzahler enorm belasten?
Mir ist wichtig, dass man sich im und um das Stadion sicher fühlt – zuhause in der Virage genauso wie auswärts im Gästeblock. Mein Sohn darf mit 12 Jahren schon allein mit seinen Freunden in die Virage, das zeigt, dass ein Sicherheitsgefühl durch eine blau-schwarze Gemeinschaft möglich ist, ohne dass alles überreglementiert wird. Fans, Verein und Behörden müssen zusammenarbeiten, damit nicht übertriebene Polizeipräsenz die Stimmung kaputtmacht. Es braucht einfach einen Mittelweg zwischen Sicherheit und Atmosphäre.
12. Wie möchten Sie sicherstellen, dass auf allen Ebenen des Vereins ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, bei dem das „Wir“ im Vordergrund steht und sich alle für den FCS engagierten Menschen gleichermaßen wertgeschätzt fühlen? Wie kann der Verein dem verabschiedeten Leitbild und damit auch der Bedeutung seiner Anhängerschaft gerecht werden?
Ich finde, alle im Verein – Gremien, Vorstand, Mitarbeiter, Fans – sollten sich als Teil einer großen FCS-Familie fühlen. Das „Wir“ muss spürbar sein, und dafür brauchen wir Transparenz und gegenseitiges Vertrauen. Wenn Entscheidungen klar kommuniziert werden und jede Stimme zählt, lebt das Leitbild wirklich. Wer sich wertgeschätzt fühlt und merkt, dass er ernst genommen wird, engagiert sich automatisch mehr – und genau das stärkt unser Gemeinschaftsgefühl.
Liebe blau-schwarze Familie,
ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr.
Ich hoffe sehr, dass wir – egal wie die Wahlen am 08.01. ausgehen – gestärkt als Einheit in eine neue und erfolgreiche blau-schwarze Zukunft gehen. Meine Liebe und mein Engagement für diesen Verein werden unabhängig vom Wahlausgang immer bestehen bleiben.
Euer
Florian Weber
___________________
Hier geht es zum Fragenkatalog und den Antworten weiterer Kandidierenden für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V.:
__________________________________
…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!
