Antworten von AR-Kandidat Christoph Sala

Im Folgenden veröffentlichen wir die eingesendeten Antworten von Aufsichtsrats-Kandidat Christoph Sala zu dem von „Zukunft Blau-Schwarz“ veröffentlichten Fragenkatalog.

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1. Stellen Sie sich gerne einmal kurz vor: Name, Alter, Beruf und Ihr Weg zum und mit dem FCS. 

Mein Name ist Christoph Sala, ich bin 42 Jahre alt, verheiratet mit einer wunderschönen Frau, stolzer Vater von zwei Söhnen und als Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter tätig. Mit meiner Unternehmensgruppe betreiben wir bundesweit 23 Fitness- und Gesundheitszentren (Exclusive – Medical Fitness GmbH) sowie Unternehmen im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement und Airbnb-Kurzzeitvermietung. 

Mein Weg zum FCS begann 1990, als ich aus Polen nach Saarbrücken-Burbach kam. Ich habe in verschiedenen Stadtteilen wie Malstatt und Rotenbühl gelebt, wo der Verein allgegenwärtig ist. Mein erstes Spiel im Ludwigspark erlebte ich im Oktober 1992 gegen den FC Bayern München – ein prägendes Erlebnis, das meine tiefe Verbundenheit zum Verein begründet hat. 

2. Worin liegt Ihre Motivation für eine ehrenamtliche Kandidatur für den Aufsichtsrat? 

Mich motiviert vor allem die Implementierung der neuen Satzung. Ich sehe darin eine historische Chance, den Verein organisatorisch und strukturell zu professionalisieren. Ich möchte meine Erfahrung nutzen, um den Prozess zur Auswahl des hauptamtlichen Vorstands aktiv zu begleiten und den FCS auf ein stabiles finanzielles Fundament für die Zukunft zu stellen. 

3. Was qualifiziert Sie besonders für die Arbeit im Aufsichtsrat? 

Ich bringe fundierte Erfahrung in der Finanzplanung, Personalführung und strategischen Steuerung aus meiner langjährigen Unternehmertätigkeit mit. Zudem verfüge ich über ein starkes Netzwerk zur saarländischen Wirtschaftselite, unter anderem durch meine Mitgliedschaft in der Wirtschafts- und Casinogesellschaft Saarbrücken. Diese Kontakte möchte ich gezielt einsetzen, um den Verein bei der Sponsorengewinnung zu unterstützen. 

4. Wie bewerten Sie den aktuellen Zustand des Vereins? In welchen Bereichen besteht der größte Verbesserungsbedarf? 

Der Verein steht an einem Wendepunkt. Die größte Herausforderung ist es aktuell, unsere sportlichen Ambitionen mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang zu bringen. Es bedarf einer weiteren Professionalisierung der Strukturen, um den Anforderungen des modernen Fußballs gerecht zu werden und den Sprung in die 2. Bundesliga dauerhaft zu meistern. 

5. Wie nehmen Sie die Infrastruktur beim FCS wahr und welche Zukunftsvision haben Sie? Welche Bedeutung hat das Zusammenspiel mit der Stadt? 

Für mich ist der FCS der emotionale Anker unserer Region. Meine Vision ist ein erfolgreicher, stabil geführter Verein, der eine tiefe regionale Verankerung mit einer loyalen Fanbasis verbindet. Ein enges und konstruktives Zusammenspiel mit der Stadt Saarbrücken ist dabei essenziell, da der Verein die saarländische Identität widerspiegelt und wir nur gemeinsam die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Profifußball optimieren können. Oberbürgermeister Uwe Conradt ist mir persönlich bestens bekannt. Ich freue mich bereits auf unser Wiedersehen am Tag nach der Mitgliederversammlung – dann hoffentlich in meiner neuen Funktion als gewähltes Mitglied des Aufsichtsrats. 

6. Wie blicken Sie auf die strukturellen Veränderungen von „Zukunft Blau-Schwarz“? Haben Sie bereits einen konkreten Arbeitsplan? 

Ich unterstütze die angestoßenen Veränderungen vollumfänglich. Mein konkreter Fokus für die nächsten Monate liegt auf der Auswahl des neuen hauptamtlichen Vorstands. Hier werde ich mich engagiert einbringen, um die bestmögliche Besetzung sicherzustellen. Zudem setze ich mich für eine neue Kultur der Integrität und Transparenz ein, die den neuen professionellen Standards entspricht. 

7. Wo sehen Sie den FCS in drei Jahren? Was sind die wesentlichen Ziele? 

In drei bis fünf Jahren sehe ich den FCS als etablierte Mannschaft in der 2. Bundesliga. Unabhängig vom rein Sportlichen ist es mein Ziel, dass der Verein eine ganzheitliche Stabilität auf wirtschaftlicher Ebene erreicht hat und als Vorbild für Integrität und Professionalität in der Region wahrgenommen wird. 

8. Welche Anforderungen haben Sie an die neu einzustellenden Vorstände? 

Ich fordere von den Vorständen höchste Professionalität und Fachkompetenz. Besonders wichtig ist mir, dass der zukünftige Finanzvorstand in der Lage ist, die wirtschaftliche Basis nachhaltig zu verbreitern. Ich werde den Vorstand aktiv dabei unterstützen, mein Netzwerk für neue Partnerschaften und Sponsoren zu öffnen. 

9. Wie wichtig ist Ihnen das aktive Miteinbeziehen von Fans und Mitgliedern? 

Das ist mir sehr wichtig. Ich beschreibe mich selbst als empathisch, offen und nahbar. Ich suche stets den direkten Austausch mit unseren Mitgliedern. So konnte ich bereits mit der Initiative „Zukunft Blau-Schwarz“ in Verbindung treten. Ein Verein wie der FCS lebt von seiner Gemeinschaft; Transparenz und Teamgeist sind für mich die Basis, um das Gemeinschaftsgefühl auf allen Ebenen zu stärken. 

10. Wie stehen Sie zur 50+1-Regel und anderen fanpolitischen Themen, die derzeit viele Stadiongänger umtreiben (Vorhaben der Innenministerkonferenz, Regionalliga-Reform, Abschaffung von Verbandsstrafen für Pyrotechnik etc.)? Der FCS hat sich im August in einem Statement dazu bekannt, die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ zu unterstützen. Wird dieser Weg mit Ihnen fortgesetzt? 

Für mich ist die 50+1-Regel das Fundament des deutschen Fußballs und absolut nicht verhandelbar. Ich teile hier uneingeschränkt die Position der Virage Est: Unser 1. FC Saarbrücken muss in den Händen seiner Mitglieder bleiben. Ich stehe für eine Professionalisierung, die den e.V. nachhaltig stärkt, anstatt ihn durch Ausgliederungen oder Investorendominanz zu schwächen. Mein Ziel im Aufsichtsrat ist es, zu beweisen, dass wir mit Struktur, Transparenz und Leidenschaft erfolgreich sein können, ohne unsere Seele und die Mitbestimmung der Fans zu verkaufen. Dass wir diesen Weg der strukturellen Neuausrichtung nun gemeinsam gehen, ist für mich der einzige Weg für eine erfolgreiche Zukunft in Blau-Schwarz. 

Auch beim Thema Pyrotechnik verfolge ich einen pragmatischen Ansatz und unterstütze die Initiative zur Abschaffung von Verbandsstrafen vollumfänglich. Wenn ich hinter der Virage Est stehe und mitfiebere, gehört diese Atmosphäre für mich dazu – inklusive eines verantwortungsvollen Einsatzes von Pyrotechnik als Teil unserer lebendigen Fankultur. Es ist schlicht eine Frage der Wahlfreiheit: Wer diese Intensität nicht möchte, findet in anderen Blöcken oder Familienbereichen seinen Platz; in der Business Lounge habe ich jedenfalls noch kein Pyro erlebt. Wir brauchen hier dringend Dialog statt Repression, um auch die finanzielle Belastung des Vereins durch pauschale Strafen endlich zu beenden. 

Gleiches gilt für meine Haltung zu Polizeieinsätzen: Ich stehe für eine Kultur des Vertrauens statt der Überwachung. Die massive Präsenz bei sogenannten Risikospielen – oft mit Einheiten aus dem gesamten Bundesgebiet und Drohnenüberwachung – sehe ich extrem kritisch. Diese Maßnahmen belasten nicht nur den Steuerzahler, sondern erzeugen oft erst die Anspannung, die sie eigentlich verhindern sollen. Als Aufsichtsrat werde ich mich dafür einsetzen, dass der FCS den Dialog mit den Behörden sucht, um die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Wir dürfen unsere Fans nicht unter Generalverdacht stellen. Ein Stadionbesuch im Ludwigspark muss ein Fest der Freiheit und der Emotionen bleiben – kein Hochsicherheitstrakt. 

11. Wie stehen Sie zur Durchführung der Heimspiele und zur Polizeipräsenz (Risikospiele/Drohneneinsätze)? 

Rund um die Durchführung unserer Heimspiele sehe ich – wie in der gesamten Vereinsstruktur – das Potenzial für eine stetige Professionalisierung. Mein Ziel ist es, dass der Stadionbesuch für jeden Fan ein sicheres und positives Erlebnis ist. 

Was die Polizeipräsenz und den Einsatz von Drohnen betrifft: Als Aufsichtsratsmitglied stehe ich für einen respektvollen Dialog auf Augenhöhe zwischen Verein, Fans und den Behörden. Sicherheit ist wichtig, doch die Verhältnismäßigkeit der Mittel muss gewahrt bleiben. Ich setze mich dafür ein, dass wir durch Kommunikation und präventive Konzepte Spannungen abbauen, um die Belastung für die Steuerzahler und die Beeinträchtigung für die Fans so gering wie möglich zu halten. 

12. Wie möchten Sie sicherstellen, dass auf allen Ebenen des Vereins ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, bei dem das „Wir“ im Vordergrund steht und sich alle für den FCS engagierten Menschen gleichermaßen wertgeschätzt fühlen? Wie kann der Verein dem verabschiedeten Leitbild und damit auch der Bedeutung seiner Anhängerschaft gerecht werden? 

Der 1. FC Saarbrücken ist kein gewöhnlicher Club – er ist pulsierende Leidenschaft und der emotionale Anker unserer saarländischen Identität. Wir sind Bundesliga-Mitgründer. Ein echtes ‚Wir-Gefühl‘ entsteht nicht in klimatisierten Sitzungszimmern, sondern dort, wo das Herz des Vereins schlägt. Als Ihr Aufsichtsrat werde ich die Distanz zwischen Gremium und Mitgliedern konsequent abbauen. 

Ich stehe für einen Dialog auf Augenhöhe. Man trifft mich dort, wo Klartext geredet wird: ob beim ehrlichen Austausch in der Sportklause am Rodenhof bei Mathilde oder direkt hinter der Virage Est, um die ungefilterte Energie und die Sorgen unserer Fans aufzusaugen. Nur wer weiß, wo der Schuh drückt, kann die Interessen der Basis glaubwürdig vertreten. Ich schätze und begrüße die unerschütterliche Loyalität sämtlicher Fangruppierungen, die diesen Verein tragen. 

Unser Leitbild darf kein staubiges Dokument im Schrank sein – es muss geatmet und gelebt werden! Wertschätzung bedeutet für mich Transparenz und Integrität. Wir müssen offen kommunizieren und die Expertise unserer Mitglieder als unser wichtigstes Gut begreifen. Ich sehe mich als Brückenbauer, der sicherstellt, dass Professionalisierung niemals unsere einzigartige Vereinskultur verdrängt, sondern sie schützt und stärkt. 

Wir haben ein großes Ziel: die Rückkehr in den Profifußball der 2. Bundesliga. Aber diesen Weg können wir nur erfolgreich gehen, wenn wir als Einheit auftreten und echten Teamgeist vorleben. 

Liebe Mitglieder, am 8. Januar 2026 haben Sie die Wahl. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass der FCS stabil, transparent und mit Stolz in die Zukunft geht. Ich brenne für diese Aufgabe und bitte Sie um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme. Für unseren FCS, für unsere Identität – am 8. Januar Christoph Sala wählen! 

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Hier geht es zum Fragenkatalog und den Antworten weiterer Kandidierenden für den Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken e.V.:

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…denn für Blau und Schwarz wird’s höchste Zeit!