„Ohne den FC wär’s längst um uns gescheh‘n!“
Trotz regelmäßig wiederkehrender Tiefschläge beschreibt diese Liedzeile nur zu gut, welche Bedeutung Blau-Schwarz in den Köpfen der meisten Menschen hat, die dem ewig schlafenden Riesen die Treue halten. Dass dieser Riese immer häufiger aus dem (Halb)Schlaf gerissen wird, liegt seit Rückkehr in den Ludwigspark neben guten Kickern auch an einer stimmungsvollen Virage Est, die häufig in der Lage war Stadion und Mannschaft derart mitzureißen, dass Punkte in Saarbrücken blieben, die eigentlich schon verloren schienen. Der massive Mitglieder- und Zuschauerzuwachs geht selbstverständlich einher mit den (Pokal)Erfolgen der abgelaufenen Saison – dass an einem Sonntagabend 11.500 Zuschauer zum sportlich bedeutungslosen Kick gegen Freiburg 2 kommen, liegt aber gewiss nicht an blauschwarzem Tiki-Taka auf dem Platz; sondern viel eher an der begeisternden Atmosphäre im Park – egal ob auf den Stehplätzen oder der Tribüne. Man ist wieder stolz auf den FCS, nicht nur im Stadion, die gesamte Stadt fängt an die Liebe zu ihrem Verein wieder zu entdecken. Neben dem offensichtlichen „Tun“ der Kurve im Park sind es auch die vielfältigen Aktionen der Fans abseits des Stadions, die diese Entwicklung fördern. Große Feste – egal ob Weihnachtsmarkt oder die Feier zum 120. Vereinsjubiläum, soziales Engagement, das Einstehen für ein vielfältiges Stadionerlebnis, bei dem sich alle Menschen willkommen fühlen und Diskriminierung jedweder Art keinen Platz hat – all dies führt wieder zu mehr Sympathie für unseren FC. Also eigentlich alles in Butter beim 1. FCS?
Leider weit gefehlt, denn richten wir den Blick auf die Strukturen des Vereins, der – oh Wunder – weiterhin durch das Ostermann‘sche System der letzten 25 Jahre geprägt ist, so könnten wir auch titeln: „Ohne uns wär’s längst um den FC gescheh‘n.“ Da Übermut jedoch nie Markenzeichen der aktiven Fanszene war und wir dankbar über jeden Aufstieg wären (und sei er noch so knapp!), machen wir uns nicht größer als wir sind – ein mundtoter Stimmungsdienstleister wird die Kurve aber gewiss nie sein. Für drastische Protestformen wie in früheren Jahren gibt es derzeit keine offensichtlichen Gründe, unter dem Glanz dieser größtenteils berauschenden Pokalsaison und einer im positiven Sinne tobenden Fanszene versteckt sich allerdings nach wie vor jede Menge Rost, den wir auch im Jahr 2024 nicht bereit sind totzuschweigen. Wir sprechen mit dieser Stellungnahme eine eindringliche Warnung an Präsidium und andere Verantwortungsträger im Verein aus, die Forderungen und Bedenken der aktiven Fanszene ernst zu nehmen, möchte man drastischere Unmutsbekundungen aus der Kurve in der nächsten Saison verhindern!
Peter Müller geht, die grundlegenden Probleme bleiben
Erfreulich ist, dass nach den kaum überhörbaren Forderungen der letzten Wochen, Peter Müller als Pressesprecher endlich abzulösen, dieser nun tatsächlich seinen Posten räumt. Ein Wechsel auf dieser Position war bereits lange überfällig – und das auch schon vor seinen Äußerungen rund um das Derby. Seine Person bleibt trotzdem nur ein Symptom einer aus der Zeit gefallenen Vereinsstruktur, mit der nachhaltiger Erfolg zur Herkulesaufgabe wird. Unter der Regentschaft von Hartmut Ostermann und „Schabenpräsident“ Dieter Weller wurden nicht nur unzählige Trainer, Spieler und Verantwortliche jedweder Couleur verschlissen, viel schädlicher für den FCS ist doch, dass trotz millionenfacher Aufwendungen NIE professionelle Strukturen samt kompetentem Personaltableau geschaffen wurden. Welche Früchte man durch vernünftige Vereinspolitik ernten kann, sehen wir bei vielen Vereinen aus Liga 1 und 2, mit denen wir sportlich lange auf Augenhöhe waren. Ein Verein, der im mittlerweile dritten Jahrzehnt hintereinander im personifizierten Abhängigkeitsverhältnis zu Hartmut Ostermann und seiner Victor’s-Gruppe steht und aus diesem kapitalen Fehler nicht lernt, wird selbst mit einer derart wuchtigen Fanbase nie in der Lage sein alle Potenziale auszuschöpfen. Warum? Weil sich alle ansatzweisen positiven Entwicklungen nie so entfalten können, wie es bei einer Vereinsstruktur der Fall wäre, in der Professionalisierung mit Traditionsbewusstsein sowie Fan- und Mitgliederinteressen vereint werden. Beispiele: Wir sehen insbesondere seit dem Amtsantritt von Salvo Pitino, dass der Verein umtriebiger geworden ist, sei es in puncto gesellschaftlichem Engagement, auf sozialen Medien oder mit vereinzelten Marketingaktionen, die hier und da zwar gewiss noch Luft nach oben lassen oder sogar in den Sand gesetzt werden, im Gegensatz zu früher passiert aber überhaupt mal etwas in dieser Hinsicht. Und damit ist der Teufel auch schon begraben: Mit „es passiert überhaupt mal irgendwas“ kann sich ein Verein unseres Kalibers nicht zufriedengeben!
Stillstand statt Professionalisierung und Fortschritt
Wir erkennen an, dass neue Leute installiert wurden (Wollny, Lui, Schmehr…), diese Personen allerdings auf keinen Stellen mit hoher Verantwortung sitzen – und dazu größtenteils ohne öffentliche Stellenausschreibung installiert wurden. Der Verlust von David Fischer konnte hingegen erwartungsgemäß nicht kompensiert werden. Christian Seiffert, ursprünglich mal als „Stadionexperte“ ins Boot geholt, ist häufiger auf Tauchstation als unser Park. Er ist kein Mann des Volkes, hat keine Bindung in die Fanszene und erscheint häufig nur bedingt kompetent. Dies bestätigen leider auch unsere Gespräche mit ihm, in denen er häufig eindimensional wirkte und dachte. Dieter Weller wiederum dreht weiter jede Münze um, bekleckert sich in seinen öffentlichen Auftritten mit allem außer Ruhm und steht für stetige Stagnation. Kurzum: Weller ist seit geraumer Zeit untragbar und steht weder für Professionalisierung noch für Fortschritt. Hartmut Ostermann scheint dafür immerhin Salvo Pitino in vielen Dinge freie Hand zu lassen, der wiederum Schwierigkeiten hat, daraus konkrete Ergebnisse sichtbar zu machen. Sein Amtsantritt war geprägt vom Theater um den Profi-Campus, den wir im Übrigen grundsätzlich für sinnvoll und wichtig halten, sollte das Vorhaben nicht durch etwaige Verbindungen zur AFD überschattet werden. Seitdem scheint er aber durchaus gewillt zu sein die Themengebiete anzugehen, die unter Ostermann und Weller nie Priorität haben: Außendarstellung samt professioneller Kommunikation sowie Transparenz. Konkret sind damit Dinge wie unser Fan- und Onlineshop gemeint, das Vereinsmarketing, die Mitgliederpartizipation – eben die gesamte öffentliche Palette. Unser Eindruck bleibt jedoch, dass insbesondere mit Personen wie Dieter Weller oder Christian Seiffert (und eben in der Vergangenheit auch Peter Müller) nie die Professionalisierung einsetzt(e), die geboten wäre und die auch Salvo Pitino anzustreben scheint. Gleichzeitig wird für uns immer wieder deutlich, dass die vereinsinterne Kommunikation mangelhaft und unprofessionell bleibt. Hartmut Ostermann ist mehr denn je in der Pflicht, einen sauberen Übergang nach dem Ende seiner Präsidentschaft anzustoßen – so wie unser Aufsichtsrat in der Pflicht steht, ihn regelmäßig daran zu erinnern. Wir erwarten diesbezüglich frühzeitige und volle Transparenz, auch was die Position des Schatzmeisters angeht.
Auch sportlich auf unsicheren Beinen
Die gleiche Transparenz erwarten wir hinsichtlich der Verwendung der Pokalmillionen. Diese werden allen Anschein nach nicht in Steine oder Strukturen, sondern in Beine investiert. Der Aufstieg muss im nächsten Jahr das erklärte Ziel sein, ja natürlich, mit heißer Nadel ist dieser Plan in Anbetracht der aktuellen Strukturen – und zwar auch der sportlichen – aber durchaus gestrickt. Seit dem Ausscheiden von Dieter Ferner verfügen wir über keinerlei sportliche Kompetenz im Präsidium. Und trotz gegenteiliger Bekundungen können wir nicht erkennen, welche Kompetenzen Jürgen Luginger auf sportlicher Ebene überhaupt noch hat. Es scheint vielmehr so, dass die gesamte sportliche Verantwortung bei einer Person, nämlich Rüdiger Ziehl, vereint ist. Vor einer derart wichtigen Saison mit einem notorisch nervösen Umfeld bleibt dies wie weiterhin ein enormes Risiko. Wir beurteilen an dieser Stelle nicht die fachliche Eignung von Ziehl und halten uns als Kurve zu sportlichen Themen generell zurück, wir stellen aber fest, dass seine Person und vor allen Dingen seine Art zu kommunizieren nicht nur Freunde hat. Ziehl ist kein Sasic, trotzdem macht die Doppelfunktion deutlich, dass Präsident und Schatzmeister nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Wichtig wäre gewesen, im besten Fall einen jungen, hungrigen und emotionalen Trainer zu verpflichten. Hier ist das Präsidium aber offensichtlich seit Monaten nicht gewillt, mit Nachdruck aktiv zu werden oder eben Ziehl anzuweisen in diese Richtung zu agieren. Wir haben die Winterpause, die gesamte Rückrunde und hätten nun auch noch die nächsten Wochen gehabt, um in Sachen Trainer aktiv zu werden. Aber Untätigkeit bleibt eben das oberste Gebot in der oben benannten Vereinspolitik und macht natürlich auch vor dem sportlichen Geschehen keinen Halt.
Faninteressen sind maximal eine Randnotiz
Es beginnt bereits bei den einfachsten, an anderen Standorten selbstverständlichen Dingen wie beispielweise der Schaffung von Lagermöglichkeiten für die Kurve im Stadion. Ein Anliegen, das dem Verein bereits lange bekannt ist, jedoch bis heute stagniert obwohl mit dem alten, ungenutzten Toilettenhäuschen über der Kurve bereits ein „Räumchen“ zur Verfügung stehen würde. Für den Hauptsponsor ist der Verein hingegen flexibel in der Lage, die nicht ausgebauten Flächen der Binkert-Tribüne mit riesigen Werbebannern zu versehen. Dass dies ohne jeden Sinn für das Stadion- und Tribünenbild geschah, versteht sich von selbst. Ein weiteres Beispiel: Entgegen der Praxis in vielen anderen neuen Stadien ist es im Ludwigspark nicht möglich, sich im Stadionumlauf frei zu bewegen. So ist für Stadionbesucher mit Tribünenplätzen beispielsweise der Stadionfanshop oberhalb der Virage Est nicht zugänglich, ein Austausch zwischen Leuten aus verschiedenen Stadionbereichen ist unmöglich. Hier sei die Forderung aus der Mitgliedschaft wiederholt, dass der Verein diesen Zustand verbessern soll. Generell bleiben Transparenz und Mitgliederpartizipation jedoch an zu vielen Stellen immer wieder auf der Strecke, die Distanz zwischen Vereinsführung und Basis ist unverändert groß. Ändern könnten sich diese Dinge durch einen ehrlichen und nachhaltigen Einsatz für die Belange der Stadionbesucher, das Gegenteil ist jedoch der Fall: So waren auf der letzten Mitgliederversammlung zahlreiche Stimmen zu hören, die ihre Kritik am oftmals absurden Polizeikonzept zum Ausdruck brachten und vom Verein forderten, sich für ein angemesseneres Auftreten der Polizei einzusetzen. Abgesehen von der Initiierung einer Gesprächsrunde mit Vereinsmitgliedern und Polizeivertretern blieb dieser Einsatz erwartungsgemäß aus und auch besagter Dialog versprach nur wenige Verbesserungen. Verkehrs-, Sperrungs-, Überwachungs- und damit das allgemeine Sicherheitskonzept bleiben weiterhin überdimensioniert und für Anwohner wie Stadionbesucher lästige Schikane. Hinsichtlich der ebenfalls seit jeher bekannten und im alten Ludwigspark lange Jahre erfolgreich praktizierten Forderung der Kurve, dass sich keine Polizeieinheiten in eben jener aufzuhalten haben, gab es lediglich die Zusage, dass dies bei Nicht-Risikospielen künftig ausbleiben solle.
Die totgeschwiegene Einlasssituation vor dem Kaiserslautern-Spiel
Wie es hingegen bei sogenannten Risikospielen aussehen kann, wenn die Polizei am Einlass der Kurve für Sicherheit und Ordnung sorgen will, erlebten viele von uns auf dramatische Weise vor dem Spiel gegen Kaiserslautern. Bevor wir hierzu ins Detail gehen, nochmal ein kurzer Blick zurück auf das generelle Thema „Einlasssituation“, das insbesondere bei den Pokalspielen große Fragezeichen aufgeworfen hat. So bleibt schleierhaft, wieso der Verein gerade bei diesen Spielen mit erwartungsgemäß hohem Andrang nur einen Teil der vorgesehenen Eingänge nutzt, diese Tore dazu nur halb geöffnet werden und ausgerechnet der zentrale Einlass auch noch zusätzlich mit Gittern verengt wird. Dass dies zu einer angespannten Einlasssituation mit starkem Druck an den verengten Stellen führt, wurde nicht nur bereits gegen Gladbach, sondern auch bei Ligaspielen mehr als deutlich. Noch unverständlicher ist für uns, warum der Verein – obwohl mehrfach und auf verschiedenen Wegen auf diese Problematik hingewiesen – an diesem offensichtlich nicht funktionierenden Konzept dennoch auch für das Spiel gegen den FCK festhielt. Die nach gleichzeitiger Ankunft tausender Fans dann eigentlich vorhersehbare Konsequenz: Enormer Druck, Panikzustände, zahlreiche Verletzungen aufgrund von Quetschungen und obendrein sogar Kinder, die über Zäune gereicht werden mussten, um sie aus der hochgefährlichen Situation zu retten. Es war eine „Fast-Katastrophe“ mit Ansage, bei der nur durch das besonnene Verhalten vieler FC-Fans nicht noch Schlimmeres passiert ist.
Dann doch nochmal für eine weitere Eskalation zu sorgen, machte sich aber scheinbar das am Einlass positionierte USK der bayrischen Polizei zur Aufgabe. Warum sich eine USK-Einheit aus Bayern (!) überhaupt im Umlauf der Kurve aufhielt, wirft Fragen auf. Nicht nur trug dies offensichtlich nicht zur Sicherheit und Entspannung am Einlass bei, sondern verschärfte die Situation durch die zahlenmäßig hohe Präsenz der Polizeibeamten weiter. Und als Menschen aufgrund des hohen Drucks irgendwann unkontrolliert in Richtung Stadioninnerem gespült wurden, fackelte die Spezialeinheit aus Bayern nicht lange, sondern prügelte von allen Seiten wahllos in die Menge aus Jung und Alt, Männern, Frauen und Kindern. Noch größere Panik entstand dadurch und zu den Verletzungen aufgrund der allgemeinen Drucksituation kamen nun auch noch Knochenbrüche, Prellungen, Platzwunden und schwere Reizungen der Augen durch den exzessiven Einsatz von Pfefferspray als Folge des Polizeieinsatzes hinzu.
Und die Vereinsverantwortlichen? Diese glänzten hierbei sowohl währenddessen, als auch im Nachgang vor allem durch Untätigkeit und Intransparenz. Mehrfach auf die gefährliche Einlasssituation und die drohende Eskalation durch das USK im Einlassbereich hingewiesen, sahen diese nur tatenlos zu, wie das ihnen prognostizierte Szenario seinen Lauf nahm. Und während in den Tagen danach nicht nur Presse und Polizei kein Wort zu den Geschehnissen verloren, hat es auch der Verein seit mittlerweile knapp zwei Monaten nicht geschafft, zu den Vorkommnissen Stellung zu beziehen, geschweige denn diese angemessen aufzuarbeiten. Und das erneut trotz mehrfacher Aufforderungen von Betroffenen und anderslautender Versprechungen. Weiterhin ist unklar, wieso sich der Verein dazu entschied, den Einlass so zu organisieren. Auch ist erstaunlich, wieso der Verein nicht in der Lage war, auf die sich abzeichnende Gefahr zu reagieren. Und weiterhin ist rätselhaft, wer es zu verantworten hat, dass das USK überhaupt im Einlassbereich positioniert war. Wir fordern an dieser Stelle erneut mit Nachdruck, dass diese Aufarbeitung nun endlich umfassend angegangen werden muss und die Ergebnisse dessen transparent öffentlich gemacht werden. Außerdem wiederholen wir unsere Forderung, dass die Polizei grundsätzlich nichts im Bereich der Kurve zu suchen hat und erwarten vom Verein, sich dafür einzusetzen. Der Verein hat das Hausrecht im Ludwigspark, es ist überfällig, dass er dafür einsteht und dies auch gegenüber der Polizei offensiv vertritt!
Tatenlosigkeit selbst in Sachen Stadionchaos
Dass Schweigen und Untätigkeit der Vereinsführung nicht nur das Wohl seiner Fans und Mitglieder, sondern auch das gesamte Vereinswohl gefährdet, zeigt ein letztes Beispiel aus der vergangenen Saison. Bei allem Versagen der Stadt Saarbrücken in Sachen Ludwigspark, ist es trotzdem auch schlicht beschämend mit wie wenig Nachdruck sich der Verein für eine sofortige Verbesserung des absoluten Stadionchaos eingesetzt hat. Natürlich kann es sein, dass der Verein auf Grund anderer Abhängigkeiten (Sportfeld, Campus) den Bogen nicht überspannt, hier aber Spielabsagen und drohendes Ausweichen ins Exil weitestgehend kommentarlos stehen zu lassen ist dennoch beschämend. Auch andere essenzielle Stadionthemen geht der Verein, wenn überhaupt, nur stiefmütterlich an: Zum Status der für höhere Ligen notwendigen weiteren Baumaßnahmen hüllt man sich in Schweigen, zudem ist es überdeutlich, dass wir im Park mehr Stehplätze benötigen. Die Stehplatzkapazität der Virage Est reicht hinten und vorne nicht aus, warum der Unterrang der Herbert- Binkert Tribüne oder der A-Block nicht zu Stehplätzen umfunktioniert werden, ist unklar. Wie sehen die Initiativen des Vereins aus, diesen Zustand zu verbessern? Oder fabuliert man dort nur über Logen, die irgendwann auch noch auf die Binkert-Tribüne geklatscht werden sollen? All dies war auch bereits auf der vergangenen Mitgliederversammlung im Dezember 2023 ein häufig angebrachter Kritikpunkt seitens der Mitgliedschaft. In der Zwischenzeit spitzte sich das Chaos nochmals weiter zu, das Verhalten des Vereins blieb hingegen unverändert. Mit einer akustisch und optisch beeindruckenden Kurve wird gerne für das Image des Vereins geworben, weiß mittlerweile auch der Letzte um die Strahlkraft einer tobenden Virage samt ihren Aktionen. Ernstgemeinter Einsatz für Fan- und Mitgliederinteressen, der eigentlich folgerichtig sein müsste, sucht man auf Seiten des Vereins allerdings nach wie vor in weiten Teilen vergeblich.
Die Umkehr der gesamten Vereinskultur bleibt also auch im Jahr 2024 die größte Herausforderung des 1. FC Saarbrücken, denn bei allen Personalrochaden der letzten Jahre und Jahrzehnten hat sich am Grundübel unseres Vereins – dass der Fisch vom Kopf her stinkt – nichts verändert.
Virage Est Saarbrücken
